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ⓘ Manspreading ist ein Kofferwort aus man und -spreading. Mit dem Begriff wird das Verhalten von Männern bezeichnet, an öffentlichen Orten mit gespreizter Beinhal ..


Manspreading
                                     

ⓘ Manspreading

Manspreading ist ein Kofferwort aus man und -spreading. Mit dem Begriff wird das Verhalten von Männern bezeichnet, an öffentlichen Orten mit gespreizter Beinhaltung zu sitzen.

                                     

1. Phänomen

Die Debatte um die ausladende Körperhaltung von Männern in der Öffentlichkeit, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr, begann im Jahr 2013 mit einer Kampagne auf Tumblr. Ein Jahr später wurde das Phänomen mit dem Kofferwort manspreading bezeichnet. Eine Kampagne des New Yorker Verkehrsunternehmens MTA popularisierte den Begriff Ende des Jahres 2014. OxfordDictionaries.com führt das Wort seit dem Jahr 2015 auf.

                                     

2. Bewertungen und Soziale Wirkung

Die Journalisten Ash Bennington und Mark Skinner argumentieren, dass die gespreizte Sitzhaltung eine natürliche Folge des männlichen Körperbaus sei. Der Telegraph bezeichnet diese Behauptung als Chauvinismus. Des Weiteren argumentieren Sportwissenschaftlerin Ina Hunger und Sozialwissenschaftler und Geschlechterforscher Paul Scheibelhofer, dass das Manspreading anerzogenes bzw. erlerntes Verhalten sei. Viele weibliche Fahrgäste öffentlicher Verkehrsmittel empfänden Manspreading als ein unangenehmes Eindringen in ihre Privatsphäre, dem sie fast täglich ausgesetzt wären, während Männern in Deutschland allein der Begriff Manspreading oft nicht bekannt sei.

Tanya Vacharkulksemsuk von der Universität in Berkeley in Kalifornien hat in einer Studie gezeigt, dass Männer mit ausgebreiteten Beinen und Armen im Allgemeinen attraktiver auf ihr Gegenüber wirken. Dies hat sie anhand von Fotografien herausgefunden, wobei 87 % der weiblichen Bewerterinnen es anziehender fanden, wenn Männer breitbeinig saßen. Andererseits wurde es tendenziell eher unattraktiv empfunden, wenn Frauen so sitzen. Hingegen wird eine Sitzhaltung mit überschlagenen Beinen bei Frauen, im positiven Sinn, oft als weiblicher angesehen.

                                     

3.1. Reaktion von Beförderungsunternehmen USA

Das in New York ansässige Bahnunternehmen Metropolitan Transportation Authority MTA hat auf Grund von Beschwerden beschlossen, Werbehinweise aufzustellen, die darauf hinweisen sollten, dass man den Platzverbrauch auf ein Minimum beschränken solle. 2014 wurden zwar in Chicago und Washington, D.C. von Transportbeamten im Allgemeinen keine Beanstandungen wegen Manspreading festgestellt. Inzwischen jedoch wurden nicht nur in New York, sondern auch in Philadelphia und Seattle, Washington, entsprechende Schilder angebracht. 2016 startete auch Chicago eine entsprechende Anzeigenkampagne. Los Angeles und San Francisco verlangen seit 2016 100 US-Dollar Strafe von denen, die einen zweiten Sitz beanspruchen, obwohl sie zum Freigeben aufgefordert wurden.

                                     

3.2. Reaktion von Beförderungsunternehmen Kanada

In Toronto sagte 2014 eine Vertreterin der Toronto Transit Commission, sie wisse nichts von Beschwerden zu Manspreading. Doch schon im Januar 2015 wurden Stimmen laut, die ein Vorgehen wie in New York forderten, was zu einer Gegenkampagne führte.

                                     

3.3. Reaktion von Beförderungsunternehmen Spanien

In Madrid ist Manspreading in Omnibussen seit 2017 verboten. Die feministische Gruppe Microrrelatos Feministas hält die Sitzposition für einen Eingriff in die Freiheit des Sitznachbarn. Deshalb hatten sie eine Online-Petition gestartet, die mehr als 12.000 Menschen unterschrieben haben. Die Linkspartei Podemos will die Anregung noch weiterentwickeln und Manspreading auch in U-Bahnen verbieten.

                                     

3.4. Reaktion von Beförderungsunternehmen Japan

In Japan gab es bereits in den 1970er Jahren Kampagnen gegen das Phänomen.

                                     

4. Rezeption

2016 fand in New York City in der Außenstelle des New York Transit Museum im Grand Central Terminal in Manhattan eine Ausstellung statt. Sie zeigte internationale Beispiele für Kampagnen gegen schlechtes Benehmen in öffentlichen Verkehrsmitteln seit den 1940er Jahren. Auch Poster, die sich gegen Manspreading wandten, waren ausgestellt.

                                     

5. Kritik

Der Begriff wird wegen seiner Stereotypisierung des männlichen Geschlechts als sexistisch kritisiert. Weiters wurde auch kritisiert, dass ähnliche Verhaltensweisen, die primär von Frauen verursacht werden, von den "Manspreading" -Kampagnen meist ignoriert werden. Eine dieser Verhaltensweisen, die primär vom weiblichen Geschlecht ausgeht, wäre beispielsweise das sogenannte "She-Bagging". Beim "She-Bagging" geht es darum, dass eine Person ihre Taschen auf den Sitzflächen deponiert und somit Platz wegnimmt.

                                     
  • Daily Beast vom 2. Januar 2018, abgerufen am 10. November 2018 Viral Manspreading Video is Staged Kremlin Propaganda auf EU vs Disinfo vom 8. Oktober
  • Daily Beast vom 2. Januar 2018, abgerufen am 10. November 2018 Viral Manspreading Video is Staged Kremlin Propaganda auf EU vs Disinfo vom 8. Oktober

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