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ⓘ Dilich-Chronik. Das illustrierte Stadtporträt entstand in einer Phase des Wohlstands vor dem Dreißigjährigen Krieg und in einer Zeit verstärkter Bemühungen Brem ..


Dilich-Chronik
                                     

ⓘ Dilich-Chronik

Das illustrierte Stadtporträt entstand in einer Phase des Wohlstands vor dem Dreißigjährigen Krieg und in einer Zeit verstärkter Bemühungen Bremens um Reichsunmittelbarkeit. 1596 hatte Dilich Bremen besucht, hier topographische Zeichnungen gemacht und auch mit dem Rat Gespräche geführt, auf die er sich berief, als er ihm 1602 zwei Exemplare eines kleinen Duodezbändchens mit dem Titel Urbis Bremae Typus et Chronicon, präsentierte. Doch der spätere Bürgermeister Heinrich Krefting beanstandete den Text und machte sich selbst an die Arbeit. Er verfasste vor allem den Chroniktext von Grund auf neu, in dem er die aus Urkunden abgeleitete Rechtsstellung Bremens als freie Reichsstadt außerhalb der Hoheit des Erzbistums Bremen betonte. Eine weitere Veränderung betraf die Einbeziehung des Bremer Landgebietes in die Darstellung, um auch hier den städtischen Herrschaftsanspruch herauszustreichen. Als Autor wollte Krefting jedoch unerkannt bleiben. Der Aufbau blieb unverändert: Auf die Widmung an den Bremer Rat folgt eine Vorrede an den Leser, in einigen Ausgaben ein Lobgedicht auf die Stadt von Hermann Meier Hermannus Maierus und dann die 291 paginierten Textseiten über die Lage der Stadt, ihre Eignung als Handelshafen, zum Stadtbild mit den Bauwerken sowie der eigentliche Chroniktext, alle in lateinischer Sprache.

Die verschiedenen Drucke des ab 1603 inhaltlich, illustrativ, kartographisch und auf ein Quartformat vergrößerten Werks, die der aus Bremen stammende Wilhelm Wessel unter dem jetzt erweiterten Titel Urbis Bremae et praefecturarum, quas habet, Typus et Chronicon Bild und Chronik der Stadt Bremen und ihrer Herrschaftsbereiche in Kassel gedruckt hatte, sind in der Widmung teils 1603, teils 1604 datiert, 1605 wurden 288 Exemplare nach Bremen geschickt. Der Text ist in relativ großen, klaren Antiqua-Lettern gesetzt. Die Anzahl der zwischen die gesetzten Seiten eingebundenen Abbildungen umfasst 22 radierte Karten oder Stadtansichten und zwei Holzschnitte. Einige Exemplare sind mit beigebundenen handschriftlichen Chronikfortsetzungen versehen.

Wohl aus dem Jahr 1605 hat sich das einzige Exemplar des Probedrucks in zwei Bänden einer nicht als Auflagendruck realisierten deutschen Ausgabe erhalten, der allerdings ein Chronikteil fehlt.

                                     

1. Die Tafeln

Die Seiten mit Letterndruck sind durchlaufend paginiert, die Radierungen hingegen als römisch nummerierte Tabulæ dazwischen geheftet. Die folgende Liste enthält alle Bildseiten. Die Links führen zu der betreffenden Abbildung im digitalisierten Exemplar von 1603 der Universitätsbibliothek Bremen. Dieser Weg erlaubt auch ein Vor- oder Zurückblättern auf den Textzusammenhang, die jeweilige "Explicatio", die Legende und Erläuterung. Zu einigen Tafeln ist ein zweiter Link angegeben, er verweist meist auf ein Einzelbild bei Commons mit besserer Bildqualität.

Die topographischen Einzelheiten bei Dilich gelten als überdurchschnittlich zuverlässig. Sie entstanden überwiegend nach eigenen Zeichnungen vor Ort oder in Zusammenarbeit mit bremischen Vorlagenlieferanten. Für Karten und Ansichten ungewöhnlich ist die Verwendung der Radiertechnik anstelle des Kupferstichs.

                                     

1.1. Die Tafeln Ausgabe von 1602

Mindestens vier Tafeln wurden so nicht in die Ausgaben von 1603/05 übernommen:

  • Tafel 6, Delineatio Urbis Bremae Facta.
  • Tafel 7: Castellum quod est Sponsa Brautzwinger auf der Herrlichkeit, von Nordost und von Südost gesehen, nach Zeichnung von 1597. Vgl. Taf. 18 von 1604.
  • Incliti Urbis Bremae Typus Vogelschau von Südosten. Nicht vor 1601.
  • Delineatio Fori Markt nach einer Zeichnung von 1596
                                     

1.2. Die Tafeln Ausgabe von 1603/05

  • Tafel 3: Karte der Nord- und Ostseeküste
  • Tafel 20 Buch und Tafel 20 Blatt: Bederkesa, Ansicht des Schlosses.
  • Tafel 7 Buch Hollerlandæ, Blocklandæ, Werderlandæ Præfecturarũ Urbis Bre Saxoniæ populorum sedes Sitze der alten Völker Sachsens – Germanenstämme zur Zeit des Römerreichs anhand der Karte Germaniens
  • Tafel 2: Visurgis accurata descriptio Karte der Unterweser
  • Tafel 4 Karte in Kegelprojektion von Nordeuropa
  • Tafel 6 Buch: Utriusque Vihlandiæ inferioris et superioris typus Beider, des Nieder- und Obervielands Karte
  • Auf Druckseite 38 ist ein Holzschnitt vom Bremer Roland in den Text eingefügt.
  • Auf einer unpaginierten Doppelseite Buch und Ausschnitt zwischen S. 230 und 231 steht die Radierung der Schlacht bei Drakenburg, wohl nach Vorlage von Christian von Apen.
  • Tafel 15 Buch und Blatt: Delineatio Bremæ Stadtansicht von Südwesten einschließlich des Geländes der späteren Neustadt. 1603. Verfeinerte Version der 1597 gezeichneten Tafel 6 von 1602, s. o.
  • Auf Druckseite 93 ist ein Holzschnitt vom Grabmal des Arnd von Gröpelingen in den Text eingefügt.
  • Tafel 13 Buch und Blatt: Urbis Bremæ typus
  • Tafel 14: Urbis Bremæ typus Stadtplan mit Vorstädten, 1603
  • Tafel 17 Buch und Blatt Delineatio fori Marktplatz.
  • Tafel 21 Buch und Blatt: Leha Lehe, heute Bremerhaven-Lehe
  • Tafel 18 Sponsa Castellum Herrlichkeitzwinger Braut, nach Zeichnung von 1596).
  • Tafel 5 Buch und Blatt: Urbis Bremæ territorium. 1605. Stadtbremischer Landbesitz – Gesamtübersicht
  • Tafel 1: Karte von Norddeutschland.
  • Tafel 16: Urbis Bremæ Typus Stadtansicht von Nordosten, nahe der Schleifmühle
  • Tafel 11 Buch und Blatt: Descriptio antiquæ urbis Bremæ circiter MCCC historische Rekonstruktion Vogelschauplan für etwa 1300. Fehler: Die vor 1244 errichtete Große Weserbrücke ist nicht eingezeichnet. Unklar: das mitten auf dem Markt eingezeichnete Prätorium.
  • Tafel 12: Typus annum circiter MCCC Stadtansicht entsprechend Tafel 15, aber für etwa 1300 rekonstruiert. Vorzeichnungen für die eher dem frühen 16. Jahrhundert entsprechenden Trachten lieferte Christian von Apen.


                                     
  • Wilhelm Dilich auch Dilich - Schäffer, eigentlich Wilhelm Scheffer, Schöffer 1571 in Wabern oder Nieder - Wildungen in Hessen 4. April 1650 in Dresden
  • halboffene Gerichtsstätte im Westen des heutigen Rathauses, oder das von Dilich in seiner Rekonstruktion für das 13. Jahrhundert eingezeichnete Gebäude
  • weil es zu den Vorlagen gehörte, die er für die Radierungen der Chronik von Wilhelm Dilich von 1603 04 beisteuerte. Im Schütting schuf er auch nicht erhaltene
  • praefecturarum, quas habet, Typus et Chronicon Dilich - Chronik ein illustriertes Stadtporträt mit Chronik erschienen in Kassel Cassel in mehreren Auflagen
  • Sächsischen Chronik Die Werra . zerbrach zu Fach Brücken und Wege Steige und Stege Bei Wilhelm Dilich steht 1605 in der Hessischen Chronik Jahrs 1342
  • Ulrich Alt, Johann Wilhelm Becker, Christoph Maximilian Bronner, Wilhelm Dilich Cornelius Draudt, Johann Peter Engelhard, Jean Frederic Fleischberger
  • 1627 bis 1633 baute Wilhelm Dilich den Raum nochmals um. Kilian Fabritius malte dabei nach Vorlagen von Wilhelm Dilichs 17 Städteansichten von Sachsen
  • wurde die mittelalterliche Stadtmauer unter Stadtbaumeister Johann Wilhelm Dilich zu einer Sternschanzenfestung ausgebaut. Frankfurt hielt sich seit der Niederlage
  • dem anderen Teil verbunden wurde. Kupferstiche des Architekten Wilhelm Dilich 1571 1650 um 1600 zeigen die Burg von einem Wassergraben umgeben. 1654
  • mit zehn groSen Rechteckfenstern, 1603 in der Delineatio fori aus der Dilich - Chronik Renaissancefassade 1641, Marckt in Bremmen, Matthäus Merian d. Ä. Südostfassade
  • Cosloff im 16. Jahrhundert. Auf der Landkarte des Topografen Wilhelm Dilich von 1607 findet sich schlieSlich die heutige Schreibweise Costloff Aus
                                     
  • angenommen, was aber nicht den historischen Quellen entspricht: In Wilhelm Dilichs illustrierter Darstellung Bremens von 1603 ff. steht in der Tabula octava
  • sich vor dem Wittenberger Tor und ist auf der Stadtansicht von Wilhelm Dilich aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts noch zu erkennen. Sie wird allerdings
  • aus diesem Grunde den Namen Hundestallbrücke. Oberlandbaumeister Wilhelm Dilich zeichnete 1627 im Auftrag des Kurfürsten die älteste erhaltene Ansicht des
  • Handschrift von Johann Renners Bremer Chronik Eine davon unabhängige Radierung lieS Wilhelm Dilich für seine Bremer Chronik von 1603 anfertigen. Sie geht wohl
  • nachgewiesen. Auf einer Zeichnung von 1628 des Oberlandbaumeisters Wilhelm Dilich ist der groSe, zentral gelegene, alles überragende Burgfried, des Weiteren
  • 1607, Prag, 1677, London Vorlagen erhielt er auSerdem von Wilhelm Dilich um 1572 1650 Dresden und anderen Künstlern. Insgesamt sind die Namen von
  • vier Eckerker. Der Merianstich von 1646 zeigt ihn ohne Dach. Bei Wilhelm Dilich Anfang des 17. Jahrhunderts ist der Kapellenturm als Gefengnus und wachtthurm
  • ältesten erhaltenen Abbildung der Stadt, einer Federzeichnung Wilhelm Dilichs von 1627, lässt sich das ursprüngliche Stadtbild erahnen. Am Ende der Oberen
  • auf einer Landkarte verzeichnet. Diese stammt von dem Topografen Wilhelm Dilich der von 1597 bis 1622 im Dienst des hessischen Landgrafen Moritz von Hessen - Kassel
                                     
  • befand. Zwischen 1623 und 1627 gab es ein weiteres Wappen, gezeichnet von Dilich Die heutige gültige Fassung entstand 1912, inzwischen aber leicht abgewandelt
  • Kornhaus rechts unteres aus Richtung Brückentor über die Weser noch ohne Neustadt Urbis Bremae typus et chronicon, 1602 Vorläufer der Dilich - Chronik
  • Guxhagen - Breitenau, S. 54. Lange vgl. Schmincke, S. 658 f. Wilhelm Dilich Hessische Chronica. Ander Theil. Dilich u. a., Cassel 1605 06, S. 124 f. Trithemius, Annalium
  • Stephanitor angelegt, mit Brücke über den neuen breiten Wallgraben. Wilhelm Dilichs Vogelschauplan von 1603 zeigt Marke B noch das alte und schon das neue
  • aus der damaligen Zeit, daher ist eine Federzeichnung des Malers Wilhelm Dilich von 1628 besonders wertvoll. Der innere Stadtkern umfasste lediglich den
  • Burg Eppstein ranken sich eine Reihe von Sagen. In einer 1583 entstanden Chronik führen die Eppsteiner ihr Geschlecht selbst auf eine römische Familie Appia
  • viel wie rauschender Bach Auf der Landtafel Gericht Liederbach von Wilhelm Dilich 1607 1622 wird er Liederbach oder Mühlenbach und am Unterlauf Möhlenbach
  • Bürgermeister, Kirchenvisitator im bremischen Amt Bederkesa 1609 1623 Wilhelm Dilich 1571 1650 Baumeister, Ingenieur, Holzschneider, Kupferstecher, Zeichner
  • Kreismuseum Bad Liebenwerda 1976. Wolfgang Eckelmann, Michael Ziehlke: Chronik der Stadt Liebenwerda. Hrsg. v. Verein für Stadtmarketing und Wirtschaft
  • com. Abgerufen am 15. April 2009. Wolfgang Eckelmann, Michael Ziehlke: Chronik der Stadt Liebenwerda. Hrsg.: Verein für Stadtmarketing und Wirtschaft

Wörterbuch

Übersetzung