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ⓘ Kurt Hübner, Philosoph. Kurt Karl Rudolf Hübner war ein deutscher Philosoph, der mit Arbeiten zur Wissenschaftstheorie, zum Mythos, zur Kunsttheorie sowie zur M ..


Kurt Hübner (Philosoph)
                                     

ⓘ Kurt Hübner (Philosoph)

Kurt Karl Rudolf Hübner war ein deutscher Philosoph, der mit Arbeiten zur Wissenschaftstheorie, zum Mythos, zur Kunsttheorie sowie zur Musiktheorie hervortrat. Er lehrte als ordentlicher Professor in Berlin und Kiel und war von 1969 bis 1975 Präsident der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie. Kurt Hübner gilt als Hauptvertreter des wissenschaftstheoretischen Historismus.

                                     

1. Leben

Kurt Hübner wurde in Prag als Sohn des Verbandssyndikus Dr. Rolf Hübner und seiner Frau Rosa, geb. Ganghofner, geboren. Er studierte zunächst in seiner Heimatstadt, später in Rostock und Kiel Philosophie. Das Studium schloss er 1951 mit der Promotion ab. Seine Dissertation zu Immanuel Kant befasste sich mit dem Thema Das transzendentale Subjekt als Teil der Natur. 1955 habilitierte er sich mit der Schrift Der logische Positivismus und die Metaphysik. Von 1960 bis 1971 war er ordentlicher Professor an der Technischen Universität Berlin und Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 1988 lehrte er als ordentlicher Professor an der Universität Kiel. Bis 1988 war er dort auch Direktor des Philosophischen Seminars.

Auf dem 14. Weltkongress für Philosophie, der 1968 in Wien stattfand, wirkte Hübner als Vorsitzender der Kolloquien und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats. Von 1969 bis 1975 stand der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland als Präsident vor. Als solcher führte er den nationalen Philosophenkongress 1972 in Kiel durch. Er war außerdem Ratgeber der Planungskommission des 16. Weltkongresses für Philosophie 1978 in Düsseldorf. Von 1978 bis 1988 war er Mitglied des Comité Directeur der Fédération Internationale des Sociétés de Philosophie in Bern. Die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste berief ihn 1979 zum ordentlichen Mitglied der Geisteswissenschaftlichen Klasse. Zu seinem 65. Geburtstag wurde 1986 die Festschrift Zur Kritik der wissenschaftlichen Rationalität veröffentlicht. 1986 erhielt Kurt Hübner den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis. Auf Einladung der Landesregierung Salzburg hielt Hübner am 25. Juli 1987 den Festvortrag zur Eröffnung der Salzburger Festspiele mit dem Thema Festspiele als mythisches Ereignis. 1993 wurde Kurt Hübner die Humboldt-Plakette als Ehrengabe verliehen, die Laudatio hielt Hans Lenk.

1994 gründete er zusammen mit Teodor Iljitsch Oiserman und weiteren russischen und deutschen Philosophen das Zentrum zum Studium der deutschen Philosophie und Soziologie in Moskau. Dieses wurde finanziell von der VolkswagenStiftung unterstützt. Eine erste Tagung mit deutschen, österreichischen und russischen Referenten fand in Moskau im Januar 1995 statt. Eine zweite Tagung wurde an der Katholischen Universität Eichstätt im März 1997 durchgeführt. Eine Festschrift zu seinem 90. Geburtstag erschien 2011 unter dem Titel Das Geheimnis der Wirklichkeit, herausgegeben von Volker Kapp und Werner Theobald. Zum gleichen Anlass wurde er vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

                                     

2.1. Philosophie Fünf Klassen von Festsetzungen

Hübners wissenschaftstheoretisches Werk Kritik der wissenschaftlichen Vernunft erschien 1978, wurde in viele Sprachen übersetzt und mehrfach neu aufgelegt. Nach Hübner ist wissenschaftliches Arbeiten generell durch den Versuch bestimmt, Einzelnes, seien es nun einzelne Ereignisse, Tatsachen, Daten oder Gegenstände, durch Regeln oder Systeme von Regeln miteinander zu verbinden. Um das so bestimmte Unternehmen Wissenschaft zu ermöglichen, hält er es für nötig, wenigstens folgende fünf Klassen von Festsetzungen zu unterscheiden und ihre inhaltliche Bestimmung implizit oder explizit vorzunehmen:

  • Durch instrumentale Festsetzungen werden die Daten, das Einzelne der wissenschaftlichen Erkenntnis, bereitgestellt. Für die Erfahrungswissenschaften, wie etwa die Naturwissenschaften, handelt es sich dabei um Festsetzungen, die zur Erlangung von Messresultaten führen. Dazu gehören beispielsweise Festsetzungen über die Geltung und das Funktionieren der hierbei verwendeten Instrumente und Mittel. Für die Geisteswissenschaften sind dies Festsetzungen über die Anerkennung historischer Fakten, über die Elemente der verschiedensten Kommunikationsarten oder allgemein über das "Alphabet" des Verständigens und Verstehens.
  • Anhand judikaler Festsetzungen werden die aufgestellten Gesetze auf ihre Verlässlichkeit hin überprüft. Es handelt sich im Rahmen der Erfahrungswissenschaften dabei um Festsetzungen, welche bei Experimenten über die Annahme oder Verwerfung von Theorien entscheiden. Dazu gehören einerseits Festsetzungen, welche beurteilen, ob die theoretisch abgeleiteten Voraussagen mit den erhaltenen Messresultaten oder Beobachtungen in bereits festgesetzten Grenzen übereinstimmen. Und es gehören anderseits solche Festsetzungen dazu, die im Falle der Nichtübereinstimmung angeben, ob die betroffene Theorie verworfen oder dennoch beibehalten werden soll, oder ob sie wenigstens teilweise - und wenn teilweise, dann wo - zu ändern ist. Ebenso sind in den Geisteswissenschaften judikale Festsetzungen nötig, um entscheiden zu können, ob sich geisteswissenschaftliche Theorien bewähren oder nicht. Eine solche Festsetzung wäre etwa die Konsistenzforderung an eine Theorie und deren Konsequenzen.
  • Funktionale Festsetzungen liefern das Allgemeine der wissenschaftlichen Erkenntnis. In den Naturwissenschaften geht es dabei um Festsetzungen, die beim Aufstellen von Funktionen oder Auffinden von Naturgesetzen auf Grund von Messresultaten oder Beobachtungen verwendet werden können. Dazu gehören beispielsweise Interpolationsregeln zur Zusammenfassung einzelner Messdaten innerhalb gewisser Grenzen aber auch Fehlerrechnungstheorien. In den Geisteswissenschaften bestimmen die funktionalen Festsetzungen generell Regeln, mit denen sich etwa einzelnes Verhalten von Menschen generalisieren lässt, so dass historische, sprachliche oder auch künstlerische Gesetzmäßigkeiten aufgefunden werden können.
  • Durch axiomatische Festsetzungen werden die Bedeutungsrelationen zwischen dem Einzelnen und dem Allgemeinen bestimmt und in den Naturwissenschaften zu Formen von Naturgesetzen verschmolzen. Es handelt sich dabei um Festsetzungen, welche in der Einführung von Axiomen bestehen, aus denen Naturgesetze formuliert werden können, aus welchen mit Hilfe von Randbedingungen Voraussagen ableitbar sind, die experimentell überprüft werden können. In den Geisteswissenschaften sind ebenso axiomatische Festsetzungen nötig, durch die überhaupt erst das sprachliche Verstehen ermöglicht wird, wie sie etwa mit den verschiedenen kommunikationstheoretischen Semantiken vorliegen.
  • Normative Festsetzungen bestimmen die Objektbereiche einer Wissenschaft, ihre Methoden und die Art möglicher Erkenntnisse. Es handelt sich dabei um Festsetzungen in Form von Vorschriften darüber, welche Eigenschaften eine Theorie überhaupt besitzen soll. Dazu zählen beispielsweise Kriterien wie Einfachheit, hoher Falsifizierbarkeitsgrad, Anschaulichkeit, Erfüllung bestimmter Kausalprinzipien oder empirischer Sinnkriterien und Ähnliches. Versteht man die einzelnen Wissenschaften als spezifische Sprachen wissenschaftlicher Kommunikation, dann legen die normativen Festsetzungen die allgemeine Semantik und Syntax von Wissenschaft überhaupt fest.

Diese Festsetzungen, die Hübner auch wissenschaftstheoretische Kategorien nennt, sind von der historischen Situation abhängig, in der sich die jeweiligen Forscher befinden. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Wissenschaftsgeschichte zeigt Hübner, dass diese Festsetzungen für die verschiedensten Wissenschaftsbereiche auch im Nachhinein angebbar sind, selbst wenn die Wissenschaftler sie möglicherweise nur intuitiv angewandt haben. Hübner beschreibt alle Wissenschaften als Regelsysteme, einerlei ob die Regeln, die mit den fünf Arten von Festsetzungen bestimmt sind, informell d. h. nicht schriftlich fixiert oder formell d. h. explizit angegeben vorliegen oder vorgelegen haben. Alle Grundlagen, wie sie bislang für die Wissenschaften angebbar sind, besitzen keine absolute, sondern stets eine historisch bedingte Fundierung und Gültigkeit.

                                     

2.2. Philosophie Geschichtliche Systemmenge

Das Verhalten von Menschen ist in allen Lebensbereichen durch informelle oder formelle Regelsysteme beschreibbar. Die Gesamtheit der Regelsysteme, durch die das Verhalten der Menschen zu einem bestimmten Zeitpunkt und in einer bestimmten geographischen Region beschrieben werden kann, bezeichnet Hübner als geschichtliche Systemmenge.

Der Wandel der Systemmenge, durch die eine historische Situation gekennzeichnet ist, wird durch Widersprüche innerhalb dieser Menge von Regelsystemen angestoßen. Die Menschen, die in ihren Lebensbereichen von diesen Widersprüchen betroffen sind, werden aufgrund ihrer Vernunftbegabung versuchen, die Regelsysteme so zu verändern, dass diese Widersprüche aufgehoben werden. Dies führt nach Hübner zu einer Harmonisierung der Systemmenge. Die Harmonisierung der Systemmenge kann durch Explikation erfolgen, also durch weitere Ausarbeitung und Anwendung etwa von wissenschaftlichen Theorien, oder durch Mutation, also durch die Änderung der Grundlagen der Regelsysteme, was in den Wissenschaften bedeutet, dass sich ihre Festsetzungen ändern, insbesondere die normativen Festsetzungen.



                                     

2.3. Philosophie Fortschritt

Die Harmonisierung einer Systemmenge bezeichnet Hübner als Fortschritt. Fortschritt I liege vor, wenn die Harmonisierung durch Explikation stattgefunden habe. Von Fortschritt II spricht er, wenn die Harmonisierung durch eine Systemmutation entstanden sei.

Mit dieser Theorie gelingt es Hübner, den Fortschrittsgedanken auch über sogenannte wissenschaftliche Revolutionen hinweg zu bewahren. Das Zustandekommen der einschneidenden wissenschaftlichen Revolutionen in der europäischen Geistesgeschichte zeichnet Hübner mit Hilfe seiner Fortschrittstheorie nach. Durch die von ihm beschriebenen Systemharmonisierungen der historischen Systemmengen braucht nicht mehr nur wissenschaftsimmanent argumentiert zu werden. Vielmehr können auch außerwissenschaftliche Einflüsse, wie etwa Änderungen religiöser Regelsysteme, bei der Darstellung des historischen Verlaufs wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Umbrüche berücksichtigt werden. Selbst die Systemmengen der mythischen Zeit führen nach Hübner zu in sich geschlossenen Weltsichten, die den verschiedenen wissenschaftlichen Weltsichten hinsichtlich ihrer Konsistenz und ihrer lebenserhaltenden Funktionen für die Menschen in nichts nachstehen.

                                     

2.4. Philosophie Mythos als Erfahrungssystem

In seinem Werk Die Wahrheit des Mythos versucht Hübner, das Verhältnis von Wissenschaft und Mythos zu bestimmen. Das weit verbreitete Klischee, dass der Mythos die Wirklichkeit nur verzerrt wiedergebe und die Wissenschaft auf empirischer Grundlage ein absolut zutreffendes Bild der Wirklichkeit biete, wird als falsch entlarvt, weil die Wissenschaft auf einer Reihe apriorischer Voraussetzungen beruhe, die einerseits historisch bedingt seien und anderseits im Rahmen wissenschaftlicher Rationalität auch nicht begründbar seien, da sie gerade die Bedingungen der Möglichkeit von Wissenschaft ausmachten. Generell haben nach Hübner Basissätze, die verifizierend oder falsifizierend sind, mehr oder weniger zahlreiche, a priori gesetzte, theoretische Voraussetzungen. Karl Poppers Versuch, wenigstens bei Falsifikationen absolute wissenschaftliche Gewissheit zu erlangen, sei gescheitert. Das "Wesen Wissenschaft" wachse ständig und wandle sich immer wieder in seinen apriorischen Entwürfen und Rahmenbedingungen bis zum radikalen Paradigmenwechsel. Trotzdem liege der Wissenschaft eine fundamentale Auffassung von Wirklichkeit zugrunde, die sich niemals verändert habe, weil sie zur Definition des Phänomens Wissenschaft gehöre. Eine solche apriorische, grundlegende und allgemeine Auffassung von Wirklichkeit bezeichnet man als Ontologie, also als eine allgemeine Lehre vom Sein. Die moderne Wissenschaft sei ebenso wie der Mythos eine historisch kontingente Formation.

Der Mythos stellt nach Hübner ebenfalls wie die wissenschaftliche Ontologie ein Erfahrungssystem dar. Es gebe ebenso wenig eine empirische Widerlegung der mythischen Ontologie wie es eine empirische Begründung der wissenschaftlichen Ontologie gebe. Es bestehe ein analoger Zusammenhang zwischen der mythischen und der wissenschaftlichen Ontologie. So wie die Wissenschaften die Welt mit Hilfe von Naturgesetzen erklären, so erklärt der Mythos dieselben Vorgänge, indem er sie auf ein heiliges Urgeschehen zurückführt, das sich regelmäßig wiederholt. Den Naturgesetzen in der Naturwissenschaft entsprächen im Mythos die Archaí, also die Ursprungsgeschichten. In ihnen werde jeder regelmäßige, sich stets wiederholende Ablauf im Naturgeschehen auf ein ursprüngliches, nicht datierbares Urereignis zurückgeführt. Als Beispiel führt Hübner den Sonnengott Helios an, der auf seinem Viergespann die tägliche Reise über den Himmel von Osten nach Westen wiederholt und dabei wissenschaftlich der Erklärung des Wechsels von Tag und Nacht als Folge der Erdrotation entspricht. Der Mythos unterscheide im Gegensatz zur Naturwissenschaft nicht den allgemeinen Begriff von dem ihn repräsentierenden Gegenstand. Für den Mythos bildeten im Gegensatz zur Naturwissenschaft das Ideelle und das Materielle eine unlösliche Einheit. Alles Ideelle nehme sogleich eine materielle Gestalt an.

In der Epiphanie erscheint ein Gott und tritt aus der Verborgenheit in die Unverborgenheit heraus. Wahrheit habe für die Griechen deshalb nicht in der Übereinstimmung eines vom Subjekt im Rahmen eines a priori gesetzten Erfahrungssystems Gedachten mit der Wirklichkeit bestanden, sondern in jener Unverborgenheit, griechisch a-letheia, in der das eigentlich Wirkliche, das Objekt als ein Gott, sich dem Subjekt von sich aus offenbare. Wann immer und wie immer sich Gott oder Göttliches in der Welt zeige und für den Menschen sinnlich erfahrbar werde, geschehe dies in der Form des Mythischen. Vernunft bestehe in dem fundamentalen Vermögen, auf der Grundlage logischen Denkens Ontologien zu bilden und sich Offenbarungen zu öffnen. Ontologien entspringen nach Hübner der Subjektivität und haben nur eine historisch-relative Bedeutung. Offenbarungen seien dagegen Botschaften der Gottheit und hätten absolute Bedeutung. Insofern sei das Vermögen der Vernunft, sich Offenbarungen zu öffnen, das Vermögen zu glauben.

                                     

2.5. Philosophie Glaube und Denken

In seinem Alterswerk Glaube und Denken, das 2001 veröffentlicht wurde, untersucht Hübner das Denken in seinem Bezug auf die Offenbarung. Eine wichtige Rolle spielen dabei einerseits das Spannungsfeld von Metaphysik und empirischer Wissenschaft und anderseits der Mythos. Hübner geht davon aus, dass die metaphysische Denkform gescheitert sei. Aber auch der Absolutheitsanspruch des empirisch-wissenschaftlichen Denkens sei metaphysisches Erbe. Die vermeintliche Überlegenheit des wissenschaftlichen Erkennens erweise sich insoweit als Schein. Empirische Wissenschaft und Metaphysik seien nur Entwürfe von Menschen und verfolgten beide das Ziel, die Wirklichkeit in einen durchgehenden Zusammenhang zu bringen, der logisch abgeleitet werden soll aus hypothetisch gesetzten Prinzipien.

Als ontologischen Grundsatz von höchstem Allgemeinheitsgrad bezeichnet es Hübner, dass "die Wirklichkeit einen aspektischen Charakter habe". Er postuliert dabei zwei Toleranzprinzipien:

  • In der Hinsicht, dass alle Ontologien kontingent sind und keine eine notwendige Geltung hat, ist keine irgendeiner anderen vorzuziehen.
  • Nichtontologische oder von keiner Ontologie abhängige Wirklichkeitsauffassungen mit ihren besonderen numinosen Erfahrungen lassen sich wegen dieser Wirklichkeitsauffassungen ontologisch nicht widerlegen, sie seien in der Außenbetrachtung begriffswissenschaftlich in eine Ontologie transformierbar oder nicht.

Hübner geht davon aus, dass der Logos der Offenbarung dem Logos der Metaphysik nicht widerspreche. Stattdessen möchte er die Offenbarung mit dem Mythos verbinden. Im mythischen Denken seien der abstrakte Allgemeinbegriff und die singuläre Tatsache nicht wie in der Wissenschaft streng voneinander geschieden, sondern vollkommen miteinander verschmolzen. Damit beruhe der Mythos auf einer ganz anderen Ontologie als die Wissenschaft.

In Glaube und Denken beschreibt Hübner die Kategorien und Strukturen des Offenbarungsglaubens von der Idee der Schöpfung über die Lehren zur Erbsünde, Erlösung und Gnade bis zur Dreifaltigkeit. Diese konfrontiert er mit den Denkstrukturen der Naturwissenschaft. Er verdeutlicht Offenbarung und Vernunft durch die beiden aus der biblischen Schilderung des Gartens Eden bekannten Bäume, nämlich den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis, vgl. Gen 2.9. Der Logos des Offenbarungsglaubens schließe den Mythos zugleich ein und transzendiere ihn. Im Logos der Metaphysik gründe das wissenschaftliche Denken auch und gerade noch in seinen letzten antimetaphysischen Konsequenzen. Der Versuch einer Entmythologisierung des Christentums sei ebenso zum Scheitern verurteilt wie der Versuch der abendländischen Metaphysik, den christlichen Glauben wissenschaftlich zu begründen oder zu widerlegen.



                                     

3. Ehrungen

  • 2011: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
  • 1981: GEBURTSTAGSBUCH für KURT HÜBNER zum Sechzigsten von Studenten, Schülern, Mitarbeitern broschiert und in Leinen gebunden mit Beiträgen von Hartmut Laue, Wolfgang Deppert, Robert Sell, Cornelius Bickel, Simone Guski, Eckehard W. Mielke, Claudia Böer, Hans-Peter Kröske, Matthias Kunze, Ralf-Peter Lohse, Susanne Luther-Kandzia und Hans Fiebig.
  • 2011: Das Geheimnis der Wirklichkeit. Kurt Hübner zum 90. Geburtstag. Festschrift hrsg. v. Volker Kapp und Werner Theobald, Karl Alber Verlag, München 2011.
  • 1986: Festschrift zum 65. Geburtstag von Kurt Hübner: Zur Kritik der wissenschaftlichen Rationalität. Hrsg. von Hans Lenk unter Mitwirkung von Wolfgang Deppert, Hans Fiebig, Helene und Gunter Gebauer und Friedrich Rapp. Verlag Karl Alber, Freiburg/München 1986.
                                     

4. Schriften

  • Die Wahrheit des Mythos, München, 1985. Studienausgabe, 2. Auflage, Freiburg, 2013.
  • Artikel Mythos philosophisch, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 23.
  • Das Nationale – Verdrängtes, Unvermeidliches, Erstrebenswertes. Graz, 1991.
  • Kritik der wissenschaftlichen Vernunft. Freiburg/München, 1978, 2002.
  • Beiträge zur Philosophie der Physik. Tübingen, 1963.
  • Zur Vielfalt der Zeitkonzepte. Eichstätter Universitätsreden, 2001.
  • Glaube und Denken – Dimensionen der Wirklichkeit, 2. durchgesehene Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen, 2004, ISBN 3-16-148429-0.
  • Die zweite Schöpfung – Das Wirkliche in Kunst und Musik. München, 1994.
  • Eule – Rose – Kreuz. Goethes Religiosität zwischen Philosophie und Theologie. Hamburg, 1999.
  • Die nicht endende Geschichte des Mythischen 1987, in: Texte zur modernen Mythentheorie. Reclam, Stuttgart, 2003.
  • Das Christentum im Wettstreit der Weltreligionen – Zur Frage der Toleranz. Tübingen, 2003.
  • Leib und Erfahrung in Kants Opus postumum, in: Gerold Prauss Hrsg., Kant: Zur Deutung seiner Theorie von Erkennen und Handeln. Köln, 1973, S. 192–204.
  • Irrwege und Wege der Theologie in die Moderne. Augsburg, 2006.
  • Artikel Naturphilosophie, Naturgesetze, in: Religion in Geschichte und Gegenwart, 3. Aufl.
                                     
  • Hübner Philosoph 1921 2013 deutscher Philosoph Kurt Hübner Physiker 1937 österreichischer Physiker und Ingenieur Siehe auch: Kurt - Hübner - Preis
  • deutscher Philosoph Kurt Hübner Physiker 1937 österreichischer Physiker und Ingenieur Leo Hübner deutscher Basketballtrainer Lorenz Hübner 1751 1807
  • der Philosoph Kurt Hübner Wilhelm Hübner In: Michael Stolle: Komponisten und ihre Werke. Ein Lexikon auf CD - ROM, Troisdorf 1999. Wilhelm Hübner In:
  • Kurt Wuchterl 1931 ist ein deutscher Lehrer, Philosoph und Autor. Wuchterl studierte Mathematik, Philosophie und Physik in Heidelberg und Göttingen
  • Zur Kritik der wissenschaftlichen Rationalität. Zum 65. Geburtstag von Kurt Hübner Alber, Freiburg im Breisgau 1986, ISBN 3 - 495 - 47614 - 8, S. 121 132. Ist
  • Theaterintendant Hübner Kurt 1921 2013 deutscher Philosoph Hübner Kurt 1937 österreichischer Physiker Hübner Leo, deutscher Basketballtrainer Hübner Lorenz
  • Medizinhistoriker 1990: Clemens Menze Humboldt - Forscher 1993: Kurt Hübner Philosoph 1998: Hanno Beck Humboldt - Forscher 2000: Franz Richter Schriftsteller
  • akademischen Lehrern gehörten der Historiker Karl Dietrich Erdmann, der Philosoph Kurt Hübner sowie der Soziologe Lars Clausen, der sein Doktorvater wurde. Bickel
  • angegeben, so dass durch Hübner nun die Aufforderung besteht, die impliziten Festsetzungen der Wissenschaften explizit zu machen. Hübner vertritt damit die
  • Kurt Hübner Kiel 1975: XI. Deutscher KongreS für Philosophie Logik. Ethik. Theorie der Geisteswissenschaften in Göttingen. Präsident: Kurt Hübner
  • nach Hamburg und wurde 1947 Ordinarius in Kiel, wo Hans Blumenberg und Kurt Hübner zu seinen Schülern gehörten. 1954 übernahm er einen Lehrstuhl an der
  • Zusammenhang ist durch die historistische Wissenschaftstheorie des Philosophen Kurt Hübner explizit gemacht worden. Dennoch aber ist damit noch nicht das
                                     
  • wurde. 1957 1962: Helmut Kuhn 1962 1968: Hans - Georg Gadamer 1969 1975: Kurt Hübner 1975 1978: Hermann Lübbe 1978 1984: Wolfgang Kluxen 1984 1987: Odo Marquard
  • Emeritierung Philosophie gelehrt hat. Sein bedeutendster Schüler war Kurt Hübner Bröcker war mit der Heidegger - Schülerin Käte Bröcker - Oltmanns 20
  • studierte er anschlieSend Philosophie und promovierte dort 1966 bei Kurt Hübner dessen Assistent er war. 1972 habilitierte er sich für das Fach Philosophie
  • am Kieler Philosophischen Seminar, das er ab 1988 als Nachfolger von Kurt Hübner bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1993 leitete. Schmitz sagte 88 - jährig
  • 2010 in Orsay, Département Essonne, Frankreich war ein französischer Philosoph und Historiker. Hadot, Sohn einer streng katholischen Familie, wuchs in
  • Rothacker, Werner Schingnitz und Hermann Schwarz die Germanisten Arthur Hübner Hans Naumann und Edward Schröder als einziger von der Technischen Hochschule
  • Göttinger Philosoph Conrad Borchling Hamburger Germanist Bruno Borowski Leipziger Anglist Wilhelm Böttger Leipziger Chemiker Kurt Brand Marburger
  • Rechtswissenschaftler Friedrich Gottlob Herzog 1689 1751 evangelischer Theologe Johann Hübner 1668 1731 Schulschriftsteller und Lehrer Karl Gottlob Just 1734 1792
  • österreichischer Bauernrechtler Huemer, Michael 1969 US - amerikanischer Philosoph Huemer, Oskar 1916 1993 österreichischer Beamter und Politiker VdU
  • Maureen Dragone, US - amerikanische Journalistin und Autorin 2013: Kurt Hübner deutscher Philosoph 2013: Friedrich Schenker, deutscher Komponist 2017: Peter Mansfield


                                     
  • Hoffmann - Heyden 1877 1964 deutscher Chirurg und Hochschullehrer Maritta Hübner 1930 1989 deutsche Hörspielregisseurin Janpeter Kob 1927 1986 deutscher
  • Jazz - Schlagzeuger 1944: Kurt von Figura, deutscher Mediziner und Molekularbiologe 1944: Friedrich Schorlemmer, deutscher Philosoph und Theologe 1944: Danny
  • und Komponist 1749 Ignaz Hübner Jurist, Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, gest. 1815 1751 Lorenz Hübner Ex - Jesuit und katholischer
  • Assistent im Philosophischen Seminar der Universität am Lehrstuhl von Kurt Hübner und promovierte 1975 in theoretischer Elementarteilchenphysik. Nach seiner
  • Clemens August Andreae: Kunstwerke zwischen Ästhetik und Ökonomik 1987 Kurt Hübner Festspiele als mythisches Ereignis 1988 Péter Hanák: Schöpferische
  • 1975, S. 109. Kurt Hübner Glaube und Denken. Dimensionen der Wirklichkeit. 2. durchgesehene Auflage. Tübingen 2001, S. 26, 68. Kurt Hübner Glaube und
  • Weyl and Lie groups, Memorabilia, Publikationsliste Wolfgang Deppert, Kurt Hübner Arnold Oberschelp, Volker Weidemann Hrsg. Exact Sciences and their
  • Strasberg. Besonders bekannt wurde sie durch ihre Arbeiten unter Intendant Kurt Hübner am Ulmer Theater und am Bremer Theater am Goetheplatz. Hervorzuheben

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