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Karl Maria Hettlage
                                     

ⓘ Karl Maria Hettlage

Karl Maria Hettlage war habilitierter Jurist, Zentrums-Politiker, SS-Hauptsturmführer, Vorstandsmitglied der Commerzbank, "zentrale Rolle" in Albert Speers Behörde Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt sowie im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion. Im Frühjahr 1959 wurde Hettlage zum Staatssekretär beim Finanzminister Franz Etzel in der Bundesregierung Konrad Adenauer berufen.

                                     

1. Biographie

Hettlage ging in Eschweiler, wo sein Vater Carl Hettlage von 1911 bis 1920 Bürgermeister war, zur Schule und studierte in Köln und Münster Jura. In Münster wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung V.K.D.St. Saxonia im CV und gründete 1922 die Sozialstudentische Zentrale der Dr. Sonnenschein Bewegung des katholischen Sozialreformers Carl Sonnenschein. Von 1922 bis 1925 war Hettlage auch Mitglied im Westfälischen Treubund des Hubert Naendrup, welcher aus der verbotenen rechtsradikalen Organisation Escherich Orgesch hervorging. 1925 schloss sich Hettlage der Zentrumspartei an. Er promovierte zum Dr. jur. 1925 begann er ein Referendariat und fand zeitweise Beschäftigung im Auswärtigen Amt mit Eintritt in den preußischen Staatsdienst. 1929 heiratete er Margarete Brenken; aus der Ehe gingen die Kinder Peter, Jan Bernt, Birgitta und Karin hervor. 1930 trat er als Regierungsassessor in den Dienst der Kölner Stadtverwaltung.

1930 erfolgte seine Habilitation an der Kölner Universität mit dem Thema Finanz- und Lastenausgleich als Verfassungsproblem, dann war er Privatdozent, danach geschäftsführend im Deutschen Gemeindetag. 1931 wurde er Beigeordneter des Deutschen Gemeindetages in der Finanzabteilung und Finanzdezernent. 1932–1933 und erneut 1933 war er für das Zentrum Mitglied im Preußischen Landtag.

                                     

1.1. Biographie Zeit des Nationalsozialismus

Am 26. Juni 1933 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der nationalsozialistischen Akademie für Deutsches Recht. Von 1934 bis 1938 arbeitete er als Stadtkämmerer von Berlin, nachdem er dieses Amt schon vorher kommissarisch ausgeübt hatte – möglicherweise befördert durch seinen Mentor Johannes Popitz. 1936 erfolgte Hettlages Ernennung zum nichtbeamteten, außerordentlichen Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Hochschule für Politik, an der er Vorlesungen hielt. Im Frühjahr 1939 schied Hettlage aus seinem Amt als Stadtkämmerer aus. Die offizielle Begründung war eine vermutete Interessenkollision wegen seiner Berufung in den Vorstand der Commerz- und Privatbank, die im Juni 1939 erfolgte. Allerdings war Hettlage in der Commerzbank zumindest ab 1940 nur nebenamtlich tätig, denn er nahm ab 1. April 1940 beim Generalbauinspektor GBI für die Reichshauptstadt, Albert Speer, eine hohe Position ein. Dort wurde er im Oktober Leiter des Hauptamtes Verwaltung und Wirtschaft – Hauptamt II, eine der drei Hauptabteilungen beim GBI. Als Inhaber eines weiteren Amtes, des Leiters des Amtes für Wirtschaft und Finanzen des Reichsministeriums für Rüstung und Kriegsproduktion, gab er Anordnung zur Gründung der Konzentrationslager-Betreiberin Mittelwerk GmbH am 24. September 1943 und war 1943 Mitglied im Beirat der Mittelwerk GmbH. Hettlage war bis 1945 Speers Vertreter.

Unter Hettlages Verantwortung entstand jene Kartei von Mietwohnungen in Berlin, die von Juden bewohnt waren. Diese Kartei wurde vom GBI benutzt, um durch Kündigung "freie" Mietwohnungen für Abrissmieter zu bekommen, deren Häuser und Wohnungen den Umbauplänen Berlins zur neuen Hauptstadt Germania weichen sollten.

Die Kartei war später Grundlage für die Erstellung der Deportationslisten durch die Gestapo. Bei den späteren sogenannten Aktionen war nicht mehr die Wohnungskündigung der Vorbote der Verschleppung – mit der Möglichkeit unterzutauchen für jene, die dazu in der Lage waren –, sondern die Verhaftung, beispielsweise in der Fabrikaktion.

Hettlage war für Speer neben Personen wie Hans Kammler, Walter Dornberger Peenemünde, Gerhard Degenkolb Maschinenfabrik Duisburg im Beirat der Kapitalgesellschaft des Konzentrationslagers Mittelwerke tätig. In der Geschäftsführung arbeiteten Kurt Kettler Borsig, Otto Förschner SS-Sturmbannführer im KZ Buchenwald, Otto Bersch Wehrwirtschaftsführer aus Wien, Georg Rickhey Demag und Albin Sawatzki Leiter des "Arbeitsausschusses Serie" des Sonderausschusses A4. Hettlage war nicht Mitglied der NSDAP, wohl aber von 1936 bis 1942 Mitglied der SS SS-Nr. 276.909, zunächst ab September 1936 als Untersturmführer, dann ab September 1938 als Hauptsturmführer, nach eigenen, teilweise verschwiegenen Angaben im Entnazifizierungsverfahren nur ehrenhalber. Innerhalb der NSDAP hatte Hettlage einflussreiche Gegner, darunter Joseph Goebbels und den Münchener Oberbürgermeister und Chef des Hauptamtes für Kommunalpolitik Karl Fiehler.

                                     

1.2. Biographie Nach 1945

1945 wurde er zusammen mit Albert Speer, Wernher von Braun, Hjalmar Schacht und anderen im Lager Dustbin im Schloss Kransberg im Taunus interniert. Ab 1949 hatte Hettlage verschiedene Dozenturen für Rechts- und Finanzwissenschaften und Aufsichtsrats-Mitgliedschaften inne. Am 29. November 1951 gab er eine Antrittsvorlesung als neuernannter ordentlicher Professor für Öffentliches Recht in Mainz zum Thema Wirtschaftswirklichkeit und Verfassungsgesetz. Er war ab 1956 Dekan der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

1958 wurde er Leiter der Haushaltsabteilung des Bundesministeriums der Finanzen als Nachfolger des Ministerialdirektors Friedrich Karl Vialon Verfechter der sogenannten Schäffer’schen Juliusturm-Politik. Vom 18. März 1959 bis 1962 war er als Nachfolger Hartmanns beamteter Staatssekretär im Finanzministerium in Vertretung des häufig erkrankten Ministers Etzel und bei Differenzen mit dem neuen FDP-Finanzminister Starke.

1962–1967 war er Mitglied der Hohen Behörde der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl Montanunion in Luxemburg in der Nachfolge von Heinz Potthoff. Hettlage schied bei der Zusammenlegung der Führungsgremien der EWG, der Euratom und EGKS zur neuen Superkommission aus. 1965–1976 war er Präsident des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung e. V. und 1966 Mitglied im Wissenschaftsrat.

Außerdem gehörte er dem Wissenschaftlichen Beirat beim Bundesministerium der Finanzen an, war Vorsitzender des Verwaltungsrates der Treuhandverwaltung für das Deutsch-Niederländische Finanzabkommen GmbH Tredefina, Vorstand der Wirtschaftsberatungs-AG, Beirat der Fritz-Thyssen-Stiftung, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Treuhand-Vereinigung AG und gehörte zudem der Studienstiftung des deutschen Volkes an.

Von 1967 bis 1969 war Hettlage beamteter Staatssekretär im Finanzministerium, berufen durch den Finanzminister Franz Josef Strauß. Dort beteiligte sich Hettlage an der Finanzreform der CDU-SPD-Koalition. 1967 erhielt er auf Veranlassung von Franz Josef Strauß die Auszeichnung mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Als Vorgesetzter von Ernst Féaux de la Croix war er auf Seiten des Bundesfinanzministeriums an den Verhandlungen zu den Globalverträgen der Wiedergutmachung zuständig. Féaux bekämpfte dabei vehement die von ihm so genannten Entschädigungsoffensiven und uferlosen Forderungen.



                                     

2. Auszeichnungen

  • 1967: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland
  • 1962: Großes Goldenes Ehrenzeichen mit dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich
                                     

3. Veröffentlichungen

  • mit Rudolf Zorn und Hans Constantin Paulssen: Der öffentliche Dienst und die Wirtschaft. Wunsch und Wirklichkeit. Lutzeyer, Baden-Baden 1960.
  • Mitarbeit an einer fünfbändigen Geschichte der deutschen Verwaltung.
  • mit Wilhelm Loschelder und Werner Zschintzsch: Die Gemeindefinanzverordnung vom 2. November 1932 nebst der Stellenplanverordnung vom 2. November 1932, der ersten und zweiten Verordnung über die Durchführung der Gemeindefinanzverordnung vom 17. Dezember 1932 und vom 28. Januar 1933. Kommentar. R. Müller, Eberswalde-Berlin 1933, 452 S.
  • mit Wilhelm Loschelder und Wolfgang Spielhagen: Das preussische Gemeindefinanzgesetz vom 15. Dezember 1933 mit den Durchführungsverordnungen und Ausführungsanweisungen; Kommentar von Karl Maria Hettlage, Wilhelm Loschelder Wolfgang Spielhagen. R. Müller, Eberswalde-Berlin 1934, 429 S.
  • mit Wolfgang Mansfeld, Klaus Heller und Wilhelm Weisser: Zwang durch leere Kassen. In: Deutsches Industrieinstitut: Vortragsreihe. Deutsche Industrieverlags-Gesellschaft Jg. 16, 1966, Nr. 14.
  • Die Finanzverfassung im Rahmen der Staatsverfassung. Referat auf der Staatsrechtslehrertagung 1955 in Hamburg zusammen mit Theodor Maunz als Zweitreferenten.
  • mit Wilhelm Loschelder: Kommentar zu den Rechtsgrundlagen des Gemeindewirtschaftsrechts. Drei Bände.
  • Führungsauslese und Massengesellschaft. In: Die Hochschule zwischen gestern und morgen. Analysen und Perspektiven. Herausgegeben von Heinrich Drimmel, Herder, Wien 1966.
  • Grundfragen einer Neuordnung des deutschen Finanzrechts. In Finanzwissenschaft und Finanzpolitik. Mohr, Tübingen 1964.
                                     
  • Politiker Karl Maria Hettlage 1902 1995 deutscher Wirtschaftswissenschaftler und Politiker Robert Hettlage 1943 deutscher Soziologe Hettlage ist auSerdem
  • Carl Hettlage 20. März 1874 in Paderborn 1. Juni 1935 in Münster war ein deutscher Politiker. Hettlage studierte von 1893 bis 1896 Rechtswissenschaften
  • Vorstands des ifo - Instituts als Nachfolger von Karl Maria Hettlage Während der Präsidentschaft von Karl Heinrich Oppenländer expandierte das Ifo - Institut
  • Altstadt betraut. Dazu gründete er mit Karl Berlitz eine Bürogemeinschaft, deren Berater Karl Maria Hettlage einstiger Leiter des Amtes für Wirtschaft
  • Schauspieler Karl Maria Hettlage 1902 1995 deutscher Politiker Klemens Maria Hofbauer 1751 1820 tschechisch - deutscher Prediger Karl Maria Kertbeny 1824 1882
  • der dortigen Oberfinanzdirektion. 1963 erfolgte als Nachfolger von Karl Maria Hettlage seine Ernennung zum Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen
  • In dieser Funktion war er als Untergebener von Staatssekretär Karl Maria Hettlage unter anderem mit den Wiedergutmachungsansprüchen konfrontiert, wie
  • Karl Maria Hettlage 1963 1969: Walter Grund 1967 1969: Karl Maria Hettlage 1969 1972: Hans Georg Emde FDP 1970 1972: Heinz Haller 1973 1977: Karl Otto
  • Friedrich Grimm, Karl Haushofer, Martin Heidegger, Karl Maria Hettlage Heinrich Himmler, Karl Christian von Loesch, Herbert Meyer, Friedrich Minoux
  • Wirtschaft war das Hauptamt zuständig, geleitet vom Finanzexperten Karl Maria Hettlage Daneben gab es als drittes Amt  die Generalbauleitung unter Führung


                                     
  • Mittelwerk GmbH am 21. September 1943 unter der Federführung von Karl Maria Hettlage der das Generalreferat für Wirtschaft und Finanzen im Rüstungsministerium
  • 1922 1994 deutscher Arzt Hettlage Carl 1874 1935 Bürgermeister und Gründer einer Wohnungsbaugenossenschaft Hettlage Karl Maria 1902 1995 deutscher
  • Besprechung am 18. Dezember 1943, an der neben Speer noch Willy Liebel, Karl Maria Hettlage und Rudolf Wolters teilnahmen, wurde die Leitung des Stabes Liebel
  • Reichshauptstadt in Berlin. Clahes war damit Stellvertreter von Karl Maria Hettlage Er setzte die ihm von Speer gestellte Aufgabe bis 1942 vollständig
  • Gewerkschaft Marburger Bund, seit 2009 Mitglied des Bundestags. Karl Maria Hettlage 1902 1995 ging in Eschweiler zur Schule Matthias Joseph Johnen
  • seine Auswirkungen. in: Ungarische Jahrbücher, 1940, S. 129 136. Karl Maria Hettlage Wilhelm Loschelder und Werner Zschintzsch: Die Gemeindefinanzverordnung
  • Franz - Josef Wuermeling 1900 1986 Bundesfamilienminister 1953 1962 Karl Maria Hettlage 1902 1995 Zentrums - Politiker, SS - Hauptsturmführer, habilitierter
  • Hermelink, Kirchenhistoriker 1953 Hans Hertlein, Architekt 1957 Karl Maria Hettlage Rechts - und Finanzwissenschaftler, Politiker, Organisator der sogenannten
  • St. Michael, in dem die Höhere Schule untergebracht war heute Kaufhaus Hettlage die Verbreiterung der Neuhauser StraSe zu einem optisch abgeschlossenen
  • jeweiligen Mehrheit in den Zentrumsfraktionen, darunter Ernst Grass und Karl Maria Hettlage Im Mai 1934 verlieS Brüning Deutschland, um seiner drohenden Verhaftung
  •  3 und Abs. 4 S. 1 GG. gemeinsam mit Wilhelm Geiger, Karl - Heinrich Hansmeyer, Karl Maria Hettlage Gunter Kisker, Fritz Ossenbühl, Dieter Pohmer, Klaus
  • Gründungsdekan der Philosophischen Fakultät der Universität Mainz Karl Maria Hettlage 1902 1995 SS - Hauptsturmführer, 1956 Dekan der Rechts - und
                                     
  • Franz Op den Orth, deutscher SPD - Politiker 1970 28. November: Karl Maria Hettlage deutscher Wirtschaftswissenschaftler 1995 29. November: Carlo
  • berlin.de abgerufen am 24. Juli 2014. Villengarten FasanenstraSe 23 Bernd Hettlage Platz vor der Deutschen Oper in Berlin - Charlottenburg. Dolce vita vor
  • Selbstauflösung votiert hatten, Brüning erwähnt unter ihnen Ernst Grass und Karl Hettlage löste sich die Partei am 5. Juli 1933 als letzte der so genannten bürgerlichen
  • Hermelink, Kirchenhistoriker 1953 Hans Hertlein, Architekt 1957 Karl Maria Hettlage Rechts - und Finanzwissenschaftler, Politiker, Organisator der sogenannten
  • Girardet 1902 1973 Zeitungsverleger, Politologe und Journalist Karl Maria Hettlage 1902 1995 Politiker Heinz Kükelhaus 1902 1946 Reisejournalist
  • Präsidenten des ifo - Instituts Name Zeitraum Karl Wagner 1949 1955 Hans Langelütke 1955 1965 Karl Maria Hettlage 1965 1976 Karl Heinrich Oppenländer 1976 1999 Hans - Werner
  • Benno Hettlage Unternehmer verliehen am 21. Juni 1976 Philipp Hettrich 1900 1973 Bürgermeister, Landwirt verliehen am 15. Januar 1962 Karl Hetzel
  • und Zukunftsperspektiven in der neuen deutschen Situation, in: Robert Hettlage Hrsg. Die Bundesrepublik. Eine historische Bilanz. Beck: München, 1990

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