Zurück

ⓘ Topographia Germaniae. Die Topographia Germaniae ist eines der Hauptwerke des Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian des Älteren. Er schuf die Topographia ..


Topographia Germaniae
                                     

ⓘ Topographia Germaniae

Die Topographia Germaniae ist eines der Hauptwerke des Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian des Älteren. Er schuf die Topographia gemeinsam mit Martin Zeiller aus Ulm, der für die Texte verantwortlich war.

Das Werk zeigt sehr detailliert mehr als 2.000 Ansichten von bemerkenswerten Städten, Klöstern und Burgen des Heiligen Römischen Reiches; es gilt bis heute als eines der bedeutendsten Werke der geografischen Illustration.

                                     

1. Entstehung

Matthäus Merian hatte 1642 damit begonnen, das großangelegte Gesamtwerk einer umfassenden Topographie mit Stadtdarstellungen herauszugeben unter dem Titel Topographia Germaniae. Darin wollte er – nach den Erfolgen seiner Zeitgeschichte Theatrum Europaeum 1635 und seiner Weltbeschreibung Archontologia cosmica 1638 – die von ihm bereits seit drei Jahrzehnten gesammelten Vorlagen und Zeichnungen von Stadtansichten, Landschaftsbildern und Karten systematisch zusammenfassen und ergänzen. Zu dieser großen verlegerischen Aufgabe war er ermutigt worden durch den guten Verkaufserfolg des von Daniel Meisner und Eberhard Kieser ab 1623 in Frankfurt am Main herausgegebenen Thesaurus philopoliticus, an dem er zeitweise als Vorlagezeichner und Stecher mitgearbeitet hatte.

Seine Topographia Germaniae erschien in Merians Verlag in Frankfurt am Main von 1642 bis 1654 zunächst in 16 Bänden, denen bis 1688 noch weitere folgten mit Beschreibungen anderer europäischer Gebiete wie Frankreich, Italien und Kreta. Das Gesamtwerk enthielt schließlich in 30 Bänden insgesamt 92 Karten und 1486 Kupferstiche mit 2142 Einzelansichten; es war damit eines der größten Verlagswerke der Zeit. Nach Merians Tod 1650 führten seine Söhne Matthäus Merian der Jüngere Matthäus d. J. und Caspar Merian das Werk fort.

                                     

2. Die bekanntesten Bände

Die bekanntesten Bände des Gesamtwerks chronologisch geordnet tragen folgende lateinischen Titel dahinter die Jahre der verschiedenen Ausgaben:

  • 6. Topographia Archiepiscopatuum Moguntinensis, Trevirensis et Coloniensis Erzbistümer Mainz, Trier und Köln, 1646/1675 ff.
  • 15. Topographia und Eigentliche Beschreibung Der. Hertzogthumer Braunschweig und Lüneburg., 1654/1658 ff.
  • 10. Topographia Provinciarum Austriacarum. Österreich, 1649/1656 ff.
  • 5. Topographia Palatinatus Rheni et Vicinarum Regionum Rheinpfalz, 1645/1672 ff.
  • 16. Topographia Circuli Burgundici Niederlande, Burgund, 1654/1659 ff.
  • 13. Topographia Electoratus Brandenburgici et Ducatus Pomeraniae Brandenburg und Pommern, 1652/1680 ff.
  • 11. Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae Böhmen, Mähren und Schlesien, 1650/1660 ff.
  • 1. Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae Schweiz, 1642/1654 etc.
  • 12. Topographia Superioris Saxoniae, Thüringiae, Misniae et Lusatiae, 1650/1690
  • 2. Topographia Sueviae Schwaben, 1643/1656 etc.
  • 8. Topographia Westphaliae Westfalen, 1647/1660
  • 4. Topographia Bavariae Bayern, 1644/1657 etc.
  • 3. Topographia Alsatiae etc. Elsass, 1643/44 und 1663 etc.
  • 9. Topographia Franconiae Franken, 1648/1656 ff.
  • 7. Topographia Hassiae et Regionum Vicinarum Hessen, 1646/1655 etc.
  • 14. Topographia Saxoniae Inferioris Niedersachsen, 1653. Ab 1685 gaben Peter Schenk der Ältere und Gerard Valck in Antwerpen eine von Jan van Loon überarbeitete Version heraus. Die Überarbeitung war im Wesentlichen rein ästhetisch Signaturen und Schriftsatz, ohne geografische Veränderungen oder Aktualisierungen.

Dem lateinischen Titel folgte in jedem Band eine Erläuterung des Titels in deutscher Sprache, die beispielsweise für die 2. Ausgabe des 3. Bandes lautete: Das ist Vollkömliche Beschreibung und eygentliche Abbildung der vornehmbsten Städt und Oerther, im Obern und Untern Elsaß, auch den benachbarten Sundgöw, Brisgöw, Graffschaft Mümpelgart, und andern Gegenden.

Von Matthäus Merian ist bekannt, dass er die 16 Bände zwar in chronologischer Folge geordnet, aber nicht nummeriert hat. Erst seine Erben nahmen in dem Hauptregister von 1672 eine Zählung vor, die aber willkürlich war und nicht der Reihenfolge des Erscheinens entsprach. Die obige Nummerierung berücksichtigt die Ergebnisse der neueren Forschungen vgl. Literatur, die auch den Faksimile-Ausgaben des Bärenreiter-Verlags zugrunde liegen.

Jeweils die erste Ausgabe eines Bandes der Topographia erhielt einige Jahre nach der Publikation einen als "Anhang" bezeichneten Ergänzungsband, der anschließend in die erneuerte zweite Ausgabe eingearbeitet werden musste. Alle Bände erlebten mindestens zwei überarbeitete und ergänzte Ausgaben, mit Ausnahme der Bände 8 und 12 alle Bände sogar noch mehr Ausgaben.

                                     

3. Beschreibung

Die einzelnen Bände der Topographia beginnen mit einer Vorrede des Verlegers, gefolgt von einer geographischen und historischen Beschreibung des Landes. Es schließen sich an: ein Verzeichnis der in dem Band enthaltenen Kupferstiche mit Seitenhinweis und ein alphabetisches Register der "Städt, Städtlein, Flecken, Dörffer, Klöster, Schlösser, Thäler, Berg, Wälder, Wässer etc. so in dieser augierten Topographia Alsatiae zu finden seyn" entnommen aus der 2. Ausgabe des 3. Bandes. Hauptbestandteile jedes Bandes sind die Stadtansichten, jeweils mit einer Beschreibung der abgebildeten Stadt und ihrer Geschichte in Kurzfassung.

Es ist Matthäus Merian damals gelungen, für die erläuternden Texte den bekannten Reiseschriftsteller und Geographen Martin Zeiller aus Ulm 1589–1661 zu verpflichten. Dieser ist auch der Verfasser des als "erster deutscher Baedeker" bezeichneten Reisetagebuchs Itinerarium Germaniae novantiquae 1632 und des Itinerarium Italiae novantiquae 1640 mit Kupferstichen von Matthäus Merian. Bei den Texten für die Topographia stützte sich Zeiller auf seine eigenen Werke sowie auf die Sponheimer Chronik des Johannes Trithemius 1462–1516, die Cosmographia von Sebastian Münster 1489–1552 und auf lokale Quellen.

Die Stadtansichten in der Topographia dokumentieren häufig den Zustand der Städte vor den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges; sie sind damit auch heute noch von hohem kulturgeschichtlichem und kunsthistorischem Wert. Merian selbst hat dazu wiederholt erklärt, seine Bilder repräsentierten oft den Bauzustand "voriger Glückselig- und Herrligkeit", der aber zeitgenössisch nicht mehr bestanden habe; sie seien deshalb auch als Modelle für den Wiederaufbau geeignet.



                                     

4. Vorlagenzeichner und Stecher

Die Kupferstiche der ersten neun Bände der Topographia 1642–1648 gehen zu einem großen Teil auf eigenhändige Zeichnungen und Vorlagen von Matthäus Merian zurück. Zusätzlich beschäftigte er in seiner Frankfurter Offizin namhafte Topographen, Zeichner und Kupferstecher, darunter seine beiden Söhne Matthäus den Jüngeren und Caspar Merian sowie seinen Schüler Wenzel Hollar. Vorlagen erhielt er außerdem von Wilhelm Dilich um 1572–1650 Dresden und anderen Künstlern. Insgesamt sind die Namen von mehr als fünfzig an der Topographia beteiligten Künstlern bekannt.

Für Niedersachsen ist beispielsweise Conrad Buno als Vorlagenzeichner bekannt.

                                     

5. Das Verlagshaus Merian

Vom Erscheinen des ersten Bandes der Topographia an 1642 wurden alle Bände im eigenen Verlagshaus von Matthäus Merian in Frankfurt am Main für den Druck vorbereitet und verlegt; die Druckerarbeiten vergab man zum Teil an Frankfurter Druckereien, u. a. an die Buchdruckereien von Wolfgang Hoffmann und von Johann Georg Spörlin.

Nach dem Tod von Matthäus Merian am 19. Juni 1650 führten seine Söhne Matthäus d. J. und Caspar den Verlag unter dem Namen Matthäus Merians Seel. Erben fort. 1687 ging das Verlagshaus auf die dritte Generation über, und zwar auf Johann Matthäus Merian 1659–1716, einen Sohn von Matthäus Merian dem Jüngeren, der später in den Adelsstand erhoben und vom Mainzer Kurfürsten zum Geheimen Rat ernannt wurde. Nach dem Tod von Johann Matthäus von Merian 1716 führte seine Nichte Charlotte Maria von Merian 1691–1729 das Unternehmen bis zu seiner Auflösung im Jahr 1727.

Außer den zahlreichen Ausgaben der Topographia durch das Verlagshaus Merian gab es u. a. die holländischen Raubdrucke des sog. Schweizerbandes von 1644 sowie verlagsfremde Spätdrucke unter Verwendung der Originalplatten; schließlich existieren auch noch die frühen, nicht illustrierten Ulmer Drucke mit den Texten von Martin Zeiller.

                                     
  • Philipp Ploennies aus dem Jahre 1715 Topographia Germaniae eines der Hauptwerke von Matthäus Merian des Älteren Topographia Silesiae, ab ca. 1745, von Friedrich
  • Landkarten, Städteansichten und Chroniken heraus. Sein Hauptwerk ist die Topographia Germaniae Matthäus Merian wurde als Sohn des Sägmüllers und Ratsherrn Walther
  • Fünf der waldeckischen Städte sind im Band Topographia Hassiae et Regionum Vicinarum der Topographia Germaniae von 1655 des Matthäus Merian des Älteren
  • Herausgabe der von ihrem Vater begonnenen Hauptwerke fort, der Topographia Germaniae und des Theatrum Europaeum, und fertigten dafür zahlreiche weitere
  • bekanntesten ist seine Mitwirkung als Textautor an Matthäus Merians Topographia Germaniae Der populäre Autor verfasste auch Reisehandbücher sowie verschiedene
  • abgerufen am 11. Juli 2012. Martin Zeiller in Topographia Hassiae, Band 7 der Topographia Germaniae 2. Ausgabe: Frankfurt am Main: Matthaeus Merians
  • stand im Besitz welfischer Herzöge. Merian bezeichnet es in seiner Topographia Germaniae von 1654 als Fürstlich Lüneburgisches Schloss oder Amtshaus. Das
  • Steyerberg belehnt, darunter Statius von Münchhausen. Laut Merians Topographia Germaniae sei die Burg Steyerberg von den Grafen zu Hallermund oder vom Mindener
  • wurde es auf einem Stich von Gudensberg von Matthäus Merian in der Topographia Germaniae erstmals dargestellt. Im 19. Jahrhundert wurde eine Sandsteinbank
  • Gudensberg des Kupferstechers Matthäus Merian d. Ä. angefertigt. In der Topographia Germaniae verlegte Matthäus Merian 1642 bis 1688 diese Ansicht der Wenigenburg


                                     
  • Matthäus Merian d. Ä. In seiner Topographia Germaniae ist der Fischreichtum des Emsbaches erwähnt. In der Topographia Germaniae heiSt es: Dieses Ampt wird
  • jüngeren Bruder Caspar Merian den Verlag und gab weitere Bände der Topographia Germaniae und des Theatrum Europaeum heraus. AuSer diesen Reihen produzierte
  • Erstürmung, Brandschatzung und Plünderung ausgesetzt war. In der Topographia Germaniae von Matthäus Merian von 1646 1655 wird Merlau wie folgt beschrieben:
  • aus dem Jahr 1642 und ist in der Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae, dem ersten Band der Topographia Germaniae von Matthäus Merian, zu sehen. Eine
  • andere eine Lüneburger Stadtansicht nach einem Kupferstich aus der Topographia Germaniae von Matthäus Merian dem Älteren. Der Ostbahnhof liegt an der Hauptstrecke
  • Gerstenbergs Landeschronik von Thüringen und Hessen abgebildet. In der Topographia Germaniae verlegte Matthäus Merian 1642 bis 1688 diese Ansicht der Obernburg
  • Spitaltorbrücke. Abgerufen am 4. Oktober 2019. Matthias Merian: Topographia Germaniae Band 9: Topographia Franconiae, Plan der Reichsstadt Schweinfurt, 2. Auflage
  • 72 74 Marienstein. In: Matthäus Merian, Martin Zeiller: Topographia Franconiae Topographia Germaniae Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 59. Commons: Kloster
  • Merian begonnene und von den Söhnen fortgesetzte Topographia Germaniae Für die Bilder der Topographia und Eigentliche Beschreibung Der Vornembsten Stäte
  • Vorbild nicht in Frage. Die Topographia Suevia Schwaben als Teil seiner 17 - bändigen Städteansichten Topographia Germaniae wurde erst 1643 veröffentlicht
                                     
  • gibt gemeinsam mit Martin Zeiller den ersten Band seiner Topographia Germaniae die Topographia Helvetiae heraus. Bis 1654 werden daraus 16 Bände, die in
  • jedoch Hessen - Kassel seine Ansprüche im Eichsfeld aufgab. In der Topographia Germaniae von Matthäus Merian von 1646 1655 wird Merlau wie folgt beschrieben:
  • Theilen vorgestellet. Buggel, 1695. S. 430. Martinus Zeiller: Itinerarium Germaniae nov - antiquae. Teutsches ReySbuch durch Hoch - und - Nieder Teutschland etc
  • Belgica, de Belgis vita scriptisque claris, Praemissa Topographia Belgii totius seu Germaniae inferioris descriptione, Löwen 1623, stark vermehrt 1643
  • Überlingens um 1640 43 durch Matthäus Merian in der Topographia Sueviae Topographia Germaniae abgebildet, so dass man sich heute noch einen Eindruck
  • Berchtesgaden. Ein Erdbeben zerstört Cusco im Vizekönigreich Peru. Merian, Topographia Germaniae Leipzig 1650 nicht genordet Würzburg 1650 Süpplingenburg 1650
  • Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Wikisource: Ottenstein in der Topographia Braunschweig Lüneburg Matthäus Merian Quellen und Volltexte Webseite
  • Auf der lieben Frau daran. Die bekannte Stadtansicht aus Merians Topographia Germaniae Bd. 15: Herzogtum Braunschweig - Lüneburg Frankfurt am Main 1654
  • Landesanstalt Volkheitskunde. 9. 1938, Halle S. Wikisource: Rösen in der Topographia Superioris Saxoniae Matthäus Merian Quellen und Volltexte Commons:
  • Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 29. Mai 2015. Monumenta Germaniae Historica, Diplomata, Urkunden Ottos II., D OII 30: Bestätigung von Besitzungen

Wörterbuch

Übersetzung