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ⓘ Wartburg. Die Wartburg ist eine Burg in Thüringen, über der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes 411 m ü. NHN gelegen. Sie wurde um 1067 v ..

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Wartburg
                                     

ⓘ Wartburg

English version: Wartburg

Die Wartburg ist eine Burg in Thüringen, über der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes 411 m ü. NHN gelegen. Sie wurde um 1067 von Ludwig dem Springer gegründet und gehört seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Name bedeutet Warte, also Wach-, Wächterburg. Der Stadtteil von Eisenach namens Wartha hat allerdings keinen Bezug zur Wartburg.

Die heutige Wartburg ist größtenteils im 19. Jahrhundert unter Einbeziehung weniger erhaltener Teile neu gebaut worden. Das heutige Erscheinungsbild der Wartburg und ihres Landschaftsparks geht auf den Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach zurück.

                                     

1.1. Geschichte Bedeutung in der deutschen Geschichte

Wie kaum eine andere Burg Deutschlands ist die Wartburg mit der Geschichte Deutschlands verbunden. 1211 bis 1227 lebte die später heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen auf der Burg. 1521/22 hielt sich der Reformator Martin Luther als "Junker Jörg" hier versteckt und übersetzte während dieser Zeit das Neue Testament der Bibel "Septembertestament" in nur elf Wochen ins Deutsche. Johann Wolfgang von Goethe weilte mehrfach hier, erstmals im Jahre 1777. Am 18. Oktober 1817 fand auf Einladung der Jenaer Urburschenschaft anlässlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlags Martin Luthers 31. Oktober 1517 und im Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig 16. bis 19. Oktober 1813 auf der Burg das erste Wartburgfest statt. Das zweite Wartburgfest wurde im Revolutionsjahr 1848 veranstaltet. So ist es nicht verwunderlich, dass die Burg bereits im 19. Jahrhundert als nationales Denkmal galt.

                                     

1.2. Geschichte Ludowinger

Die Wartburg ist die bekannteste Burg des Adelsgeschlechtes der Ludowinger. Deren Ahnherr Ludwig der Bärtige † 1080, der Vater Ludwig des Springers, stammte aus der Familie der Grafen von Rieneck aus Unterfranken, die Burggrafen des Erzbischofs von Mainz stellten. Mit dessen Unterstützung gründete er im Raum Eisenach eine kleine Rodungsherrschaft und errichtete die heute verfallene Schauenburg bei Friedrichroda.

Ludwig der Springer † 1123 verlegte den Stammsitz seines Hauses auf die Wartburg. Die dominante Lage des Burgberges sowie der Name lassen vermuten, dass bereits vor der Gründung der Feudalburg eine Befestigung oder ein Beobachtungspunkt auf dem Berg bestand. Die Gründungssage erwähnt die Schwurschwerter der Wartburg. Dieser Sage nach soll Ludwig der Springer mit den Worten "Wart! Berg, du sollst mir eine Burg werden!" die Gründung der Wartburg verkündet haben. Der Plan drohte allerdings daran zu scheitern, dass ihm der Berg nicht gehörte. Er hätte ihn mit seinen nur zwölf Rittern auch nicht erobern können. So kam er auf die Idee, von seinem eigenen Herrschaftsgebiet Erde herbeizuschaffen und diese auf dem Berg auszustreuen. Vor Gericht sagten die Ritter für ihn aus, rammten ihre Schwerter in den herbeigeschafften Boden und beschworen, dass diese Schwerter vollends in Ludwigs Erde steckten. Der Trick hatte Erfolg, der Bau der Wartburg konnte beginnen, so die Sage.

Von der ältesten Burg konnten bisher noch keine Überreste gefunden werden. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Burg 1080 anlässlich eines Überfalls der Burgmannschaft auf eine königliche Heeresabteilung Heinrichs IV.

Später musste der an einem Aufstand gegen Kaiser Heinrich V. beteiligte Ludwig der Springer, um seine Freiheit wiederzuerlangen, die Wartburg an den Kaiser herausgeben. Damit ist die Wichtigkeit der Burganlage schon in dieser frühen Zeit dokumentiert.

Als Parteigänger des Erzbischofs von Mainz gewannen die Ludowinger schnell an Macht und Bedeutung. 1131 wurde der Sohn Ludwigs des Springers, Ludwig I., von König Lothar III. in den Landgrafenstand erhoben und damit den Herzögen gleichgestellt. Die Annäherung an das deutsche Kaiserhaus der Staufer führte zur Abkehr vom Mainzer Erzbischof. In der Folgezeit expandierten die Landgrafen in Thüringen auf Kosten der Erzbischöfe. Aus dieser Zeit sind nur minimale bauliche Überreste der damaligen Burg erhalten. Wahrscheinlich bestanden wesentliche Teile der Bauten aus Holz.

Alle vorher aufgeführten Angaben beruhen letzten Endes auf der unglaubwürdigen Reinhardsbrunner Chronik und Konjekturen dazu. Wirklich nachgewiesen als Herren der Wartburg sind die Ludowinger erst seit den 1150er Jahren. Vorher befand sie sich offenbar im Besitz als Allod oder als Lehen, aber nicht der Ludowinger einer Hochadelsfamilie, der auch der Mainzer Erzbischof Heinrich entstammte, und die in enger Verbindung mit König Konrad III. stand, aber von Friedrich Barbarossa entmachtet wurde.

Landgraf Ludwig II. reg. 1140–1172 war der wichtigste Bauherr der Ludowinger. Sein Einfluss auf den Burgenbau der damaligen Zeit war sehr bedeutsam. Unter seiner Leitung entstand ca. 1156–1162 der kulturhistorisch außerordentlich wertvolle Palas, ein gesonderter, separat stehender Repräsentationsbau mit Wohnfunktion. Neben dem Palas stammen die östliche Ringmauer und Teile des Torhauses ebenfalls noch aus dem 12. Jahrhundert. Ein Bergfried, der an anderer Stelle des heutigen Turmes stand und wesentlich größere Dimensionen hatte, überdauerte die Jahrhunderte nicht. 1172 wurde das Landgrafenhaus gebaut.

Der letzte Ludowinger, Heinrich Raspe IV., regierte in der Zeit von 1227 bis 1247. Er nutzte die Burg als alleinige Residenz und griff damit quasi der historischen Entwicklung vor. Bisher war es üblich gewesen, eine Wanderherrschaft auszuüben, das heißt, von Burg zu Burg zu ziehen, bis die Hofhaltung die örtlichen Ressourcen erschöpft hatte.

                                     

1.3. Geschichte Burggrafen der Wartburg

Die fortschreitende Ausdehnung des Herrschaftsgebietes der Ludowinger über räumlich oft weit entfernte Teile der heutigen Bundesländer Thüringen und Hessen führte zu einer häufigen Abwesenheit der regierenden Landgrafen von den jeweiligen Burgen mit Residenzfunktion. Dies betraf auch die etwa im Zentrum der Landgrafschaft gelegene Wartburg. Es bestand daher die Notwendigkeit, alle Aufgaben zur Verwaltung der Burg, insbesondere auch die ständige Sicherung und wehrtechnische Verbesserung der Festungsanlage, in die Hände eines Bevollmächtigten und Stellvertreters zu geben; dieser hatte das Amt eines Burggrafen der Wartburg inne. Mit der Familie der Grafen von Wartburg, die auch zeitgleich im frühen 13. Jahrhundert als Burggrafen der benachbarten Brandenburg in Erscheinung treten, kam hier eine Seitenlinie der Grafen von Bielstein zu hohen Ehren, die nicht blutsverwandt mit der Familie der Ludowinger war.

                                     

1.4. Geschichte Sängerkrieg

Unter Hermann I. 1190–1216 erlebte die Wartburg ihre Blütezeit. Als ein vermögender Förderer der Kunst und Kultur machte er die Burg zu einem Anziehungspunkt für Künstler und zur Hauptstätte der deutschen Dichtung. Vor diesem realen Hintergrund wird sie zum angeblichen Schauplatz des sagenhaften Sängerkrieges. Doch die so lebhaft und dramatisch geschilderte Begebenheit ist eine Fiktion. Thüringische Geschichtsschreiber wie Dietrich von Apolda nach 1298 und der Eisenacher Rechtsgelehrte und Chronist Johannes Rothe 15. Jh. ersannen aus der ihnen noch reichlich zugänglichen Literatur ein historisches Ereignis. Mit präziser Sachkenntnis konnte Rothe dieses Ereignis sogar in die von ihm verfasste oder ergänzte thüringische Chronik "einbauen".

                                     

1.5. Geschichte Landgräfin Elisabeth

Bis 1228 lebte die ungarische Königstochter Elisabeth als Frau seit 1227 als Witwe des Landgrafen Ludwig IV. von Thüringen auf der Wartburg. Ab wann sie dort lebte, ist nicht gesichert. Als ihr Gemahl bei einem Kreuzzug ums Leben kam, widmete sich Elisabeth ganz einem Leben in Armut und im Dienst an den Armen und Kranken.

                                     

1.6. Geschichte Wettiner

Nach dem Tod Heinrich Raspes 1247 und dem anschließenden thüringischen Erbfolgekrieg kam die Burg in die Hände der Wettiner. 1250 wurde das Landgrafenhaus aufgestockt. Nachdem Thüringen an die Markgrafen von Meißen gefallen war, nahm Albrecht der Entartete, der von seinem Vater Heinrich dem Erlauchten das neu erworbene Land erhielt, seinen Sitz wieder auf der Wartburg ein. Im 13. Jahrhundert erfolgte der Bau des Südturms am hinteren Burghof.

Durch einen Brand infolge eines Blitzschlags im Jahre 1318 wurde die Burg stark in Mitleidenschaft gezogen. Markgraf Friedrich der Freidige ließ 1319 Reparaturarbeiten am Palas und am Bergfried durchführen und in der Kernburg ein großes beheizbares Gebäude errichten. Unter anderem stammt auch der Einbau der Kirche in das Landgrafenhaus 1320 aus dieser Epoche.

Nach dem Tode des Landgrafen Balthasar von Thüringen 1406 war die Burg im 15. Jahrhundert nur noch Nebenresidenz. Das drückte sich auch in der bescheideneren Bauausführung aus. An Stelle von Natursteinquadern trat das billigere Fachwerk. Erhalten haben sich aus dieser Zeit das Torhaus Ende 15. Jahrhundert unter Verwendung älterer Teile, das Ritterhaus, die Vogtei begonnen 1480 und die beiden Wehrgänge der Vorburg nach 1477.



                                     

1.7. Geschichte Martin Luther

Luther wurde nach dem Reichstag zu Worms 1521 mit der Reichsacht belegt, den Entwurf hierzu habe der päpstliche Nuntius Hieronymus Aleander verfasst. Der Reichstag verhängte am 26. Mai 1521 das auf den 8. Mai rückdatierte, vom Kaiser gezeichnete Wormser Edikt über ihn. Mit der Reichsacht war eine Ächtung Fried- und Rechtloserklärung erlassen, die sich auf das ganze Gebiet des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation erstreckte und die mit dem Verbot seiner Werke und Verbreitung seiner Schriften einherging. Er war nunmehr "vogelfrei". Gemäß der Zusage an seinen Kurfürsten erhielt er freies Geleit. Später bereute Karl V. diese Zusage, weil die folgende Reformation die Einheit seines Reiches zerstörte. Der Geächtete wurde am Abend des 4. Mai 1521 auf dem Heimweg nahe Schloss Altenstein in Bad Liebenstein von Friedrichs Soldaten heimlich entführt und auf der Eisenacher Wartburg festgesetzt, um ihn der Gefahr zu entziehen. Vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522 weilte Martin Luther auf der Wartburg. Sein Aufenthalt sollte ein Geheimnis bleiben, daher wurde er in dieser Zeit zum "Junker Jörg". Luthers spartanisch eingerichtetes Quartier war eine kleine Stube über dem ersten Burghof, die zum Kavaliersgefängnis bestimmt war. Hier nutzte er die erzwungene Rast, um sich für künftige theologische Auseinandersetzungen zu wappnen und um das Projekt einer Bibelübersetzung des Neuen Testaments in die deutsche Sprache zu verwirklichen.



                                     

1.8. Geschichte Fritz Erbe

1540 wurde der bereits zuvor in Eisenach inhaftierte Täufer Fritz Erbe auf die Wartburg überführt und in einem Kellerverlies im Südturm festgesetzt. Den einzigen Zugang zum Verlies bildete eine Öffnung im Fußboden des Turmmittelgeschosses. Nach mehreren Jahren Kerkerhaft starb Fritz Erbe 1548. Bei Aufräumarbeiten im Jahre 1925 entdeckte der damalige Burgwart Hermann Nebe über dem Felsboden den Namenszug Erbes, der noch von Erbe selbst in das Gestein geritzt worden war. Das vermutliche Grab Erbes wurde im Jahre 2006 unterhalb der Burg gefunden. Heute erinnert eine Gedenktafel am Südturm der Wartburg an Erbes Schicksal

                                     

1.9. Geschichte Goethe und die Wartburg

Bei seinen Besuchen in Eisenach und Schloss Wilhelmsthal fand Johann Wolfgang von Goethe mehrfach Gelegenheit, sich vor Ort mit der Wartburggeschichte vertraut zu machen; auch sind bei solchen Gelegenheiten einige skizzenhafte Zeichnungen der Burg entstanden. 1793 veranlasste er Wetterbeobachtungen und -aufzeichnungen auf der Burg. Seit 1815 beschäftigte sich Goethe mit dem Gedanken, in der Wartburg ein Kunstmuseum einzurichten. In diesem Zusammenhang wurde in Weimar der großherzogliche Staatsminister Christian Gottlob von Voigt konsultiert, um die Beschaffung meist sakraler Kunstgegenstände zu ermöglichen. Diese bildeten später den Grundstock der Schnitzplastik-Sammlungen des Thüringer Museums.

Goethe beeindruckten die Landschaft, die Mineralogie, das Wettergeschehen und manches Baudetail; der geschichtliche Wert der Burg als Wohnstätte der Landgrafen und Martin Luthers waren ihm bekannt. Goethes Engagement und Interesse an der Burg ließen aber, auch als Folge des im Oktober 1817 von der Jenaer Urburschenschaft organisierten Wartburgfests, später merklich nach.

                                     

1.10. Geschichte Wartburgfeste

Diese Wartburgfeste waren zumeist studentische Versammlungen, die jeweils auf der Wartburg stattfanden. Am bekanntesten ist das erste Wartburgfest am 18. Oktober 1817, auf das sich alle späteren bezogen: Anlässlich des 300. Jahrestages des Beginns der Reformation und des 4. Jahrestages der Völkerschlacht bei Leipzig trafen sich Studenten verschiedener deutscher Universitäten. Die Versammlung der ca. 500 Studenten und einiger Professoren war eine Protestkundgebung gegen reaktionäre Politik und Kleinstaaterei und für einen Nationalstaat mit einer eigenen Verfassung.

Bei deutschen Studentenverbindungen wird die Wartburg seitdem als Treffpunkt genutzt. So veranstaltet der Wingolfsbund seit 1850 alle zwei Jahre ein Wartburgfest, und auch die Deutsche Burschenschaft veranstaltete bis zum Burschentag 2013 dort ihren jährlichen Festakt.

                                     

1.11. Geschichte Wiederaufbau seit dem 19. Jahrhundert

Nach umfassender Diskussion erfolgte seit 1853 der Wiederaufbau der Burg im historisierenden Stil durch den Architekten Hugo von Ritgen. Neben dem ortsüblichen Rotliegenden Gestein, aus dem die Mehrzahl der Neubauten entstand, wurde auch Seeberger Sandstein vom Großen Seeberg aus der Nähe von Gotha verwendet. Neu errichtet wurden mehrere Gebäude, die heute das Bild der Burg wesentlich prägen. An Stelle der 1778 abgebrochenen Hofstube entstand 1867 die Dirnitz mit Torhalle, die Burg etwa in der Mitte teilt. Der Bergfried wurde 1853 bis 1859 erbaut. Beim Erstellen der Fundamente entdeckte man erste Fundamentreste des Vorgängerbaus, der leicht nördlich versetzt gestanden hatte. Dieser Turm war bereits 1568 in desolatem Zustand, er wurde schrittweise abgetragen, 1774 sprach man vom "eingegangenen Schlossturm".

Für die Privaträume des Herrscherhauses benötigte man einen separaten Bereich. Hierzu wurden am Bergfried die Neue Kemenate und das Neue Treppenhaus angefügt; diese schließen zugleich die Lücke zwischen Palas und dem Wehrgang der Vorburg. Den Platz des Brauhauses nahm das Gaden ein; hierbei blieb das Kellergeschoss des Vorgängerbaus erhalten. Südlich an den restaurierten Palas fügte man nach Fertigstellung der Wartburg-Wasserleitung das Ritterbad an. Der dort befindliche sogenannte Bärenzwinger war erst im frühen 19. Jahrhundert als Volksbelustigung angebaut worden. Auf weitere Bauwerke auf der Westseite wurde bewusst verzichtet; den hier verfügbaren Platz nimmt die Rasenfläche Kommandantengarten mit einer balkonartigen Laube ein. Eine weitere Baumaßnahme des ausgehenden 19. Jahrhunderts betraf zuletzt die Errichtung des Wartburghotels auf dem Gaisköpfchen. Am 11. Juni 1859 wurde zum Abschluss der Bauarbeiten das Turmkreuz der Wartburg auf dem Bergfried eingeweiht. Der Maler und Mosaikkünstler August Oetken schuf 1902 bis 1906 die farbenprächtigen Mosaike in der Elisabethkemenate.

Darüber hinaus enthält das Gebäude aufgrund seiner historistischen Rekonstruktion zahlreiche fantasievolle Gemälde von Personen und Szenen aus dem deutschen Mittelalter.

Zu den fast in Vergessenheit geratenen Fakten gehört, dass der Wiederaufbau der Wartburg nicht zuletzt dank Großherzogin Sophie möglich wurde, die als Mäzenatin das Vorhaben mit bedeutenden finanziellen Mitteln gefördert hat.



                                     

1.12. Geschichte Die Zwischenkriegszeit

Eisenach war um 1900 zu einer bedeutenden Tagungs- und Kongressstadt geworden. Die Kurbad-Eisenach-Gesellschaft wurde 1905 gegründet, es entstanden daraufhin zahlreiche Hotels und Pensionen, ein Spielcasino, Bäder, Parkanlagen und Sanatorien. Die Wartburgverwaltung sah mit Sorge auf diesen Bauboom, denn er veränderte dauerhaft das bisherige Erscheinungsbild der Wartburg. Im zähen Ringen mit der Stadtverwaltung und der Landesregierung wurden die "Blaue Linie" als Grenze der zulässigen Bebauung sowie bis in die Gegenwart geltende Vorschriften zum Landschaftsschutz der Umgebung der Wartburg erlassen. Die Wartburg erlebte auch dank des aufkeimenden Fremdenverkehrs in der Stadt einen bis dahin unbekannten Zustrom an Touristen. Um die Erreichbarkeit der Burg zu verbessern, wurden Pläne für die Straßenbahnanbindung und eine moderne Zufahrtsstraße für Kraftdroschken und Automobile in Auftrag gegeben. Der Bau der Wartburgallee wurde realisiert und bildet die Grundlage für den bis heute fortwährenden "Massentourismus".

Die unbeabsichtigten Folgen der jährlich verzeichneten Besucherrekorde wurden ab den frühen 1920er Jahren erkannt. Die von Moritz von Schwindt geschaffenen Fresken begannen zu verblassen, Pilzbefall und chemische Prozesse in den Malgründen wurden bei ersten Schadbildanalysen diagnostiziert. Ein wissenschaftliches Expertengremium wurde beauftragt, den Restauratoren Hilfestellung zum Erhalt der Kunstwerke zu geben.

Die Mitglieder der großherzoglichen Familie hatten nach der Novemberrevolution in Thüringen auf ihre politische Macht verzichtet. Nach der Entthronung war aber der Streit um die Privatvermögen, Waldbesitz, Ländereien und Kunstschätze der abgedankten Fürsten in allen deutschen Teilstaaten entbrannt. Die Wartburg wurde von der großherzoglichen Familie mit besonderem Interesse "verteidigt" – die Auseinandersetzung mit den mehrfach wechselnden bürgerlichen Regierungen in Weimar zog sich bis 1921 hin und wurde mit Unterzeichnung des Auseinandersetzungsvertrages durch Großherzog Wilhelm Ernst und den Weimarer Staatsminister gütlich beigelegt. Die "Wartburgfrage" wurde mit der Gründung der Wartburg-Stiftung als gelöst betrachtet; allerdings standen die zunächst tätigen Stiftungsmitglieder in engen Beziehungen zum Fürstenhaus und verhinderten auch die Einbeziehung der 1918 gebildeten Thüringischen Landeskirche in den Stiftungsrat. Alle Stiftungsmitglieder wurden vom jeweiligen Kulturminister des Freistaates Thüringen bestätigt. In den 1930er Jahren erhielten Wilhelm Frick und der Thüringer Gauleiter Fritz Sauckel als Ausschussmitglieder Einfluss auf die Wartburgstiftung. 1930 wurde Hans von der Gabelentz Burghauptmann auf der Wartburg. Er begründete das Wartburg-Museum und das Burg-Archiv.

                                     

1.13. Geschichte 1933 bis 1945 Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

In der Zeit des Nationalsozialismus plante der thüringische Gauleiter Fritz Sauckel, die Wartburg zu einem "Kulturmittelpunkt des Reiches" zu machen. Zahlreiche propagandistische Veranstaltungen und Feiern fanden hier statt, wie beispielsweise 1934 die Lutherfeiern der NS-nahen "Deutschen Christen". 1938 ließ Sauckel das Kreuz auf dem Burgturm durch ein Hakenkreuz ersetzen. Proteste aus der Bevölkerung führten jedoch dazu, dass es bereits nach einem Monat wieder entfernt wurde und das christliche Kreuz wieder an seine Stelle kam.

Im Frühjahr 1939 gründeten 13 evangelische Landeskirchen auf der Wartburg das "Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben" ; am 8. Mai des Jahres wurde es hier auch eingeweiht, und an seiner Spitze stand der Theologe Walter Grundmann. Die nach 1945 verschwundenen Akten des "Entjudungsinstituts" wurden erst 1990 nach dem Umzug des Landeskirchlichen Archivs der Öffentlichkeit bekannt.

                                     

1.14. Geschichte Nach dem Zweiten Weltkrieg, Neuzeit

Durch amerikanischen Artillerie-Beschuss vom 1. bis 5. April 1945 entstanden Schäden an Tor- und Ritterhaus, Dirnitz, Bergfried, Neuer Kemenate, Palas und Gadem. Diese wurden bis 1946 weitgehend behoben. Ausgelagerte Kunstgüter und wertvolle Bestände der Wartburgstiftung blieben aus Sicherheitsgründen bis Mitte 1946 in geheimgehaltenen Depots, um sie vor Vernichtung oder Plünderung zu schützen. Die als Rüstkammer der Wartburg bezeichnete Waffensammlung wurde jedoch noch ein Opfer der Nachkriegsbesetzung Thüringens durch die Rote Armee. Diese sowohl materiell wie kunstgeschichtlich wertvolle Sammlung wurde 1946 beschlagnahmt und in die Sowjetunion überführt, wo sich ihre Spuren verlieren.

Seit den 1950er Jahren erfolgten im Vorfeld bedeutender Jubiläen umfassende Restaurierungsarbeiten. Nach denkmalpflegerischen Vorgaben wurden zunächst viele Einbauten des 19. Jahrhunderts entfernt, um die romanischen Bauteile besser zur Geltung bringen zu können. Einbauten des Historismus werden aber nicht generell geopfert, sondern, wo möglich, als Zeugnis der Burggeschichte bewahrt. Seit 1990 konnte die Bauforschung entscheidend vorangebracht werden. Dies betrifft sowohl die bauarchäologische Untersuchung der Burg als auch die Restaurierung der Kunstwerke. Auch die technische Ausstattung der Burg wurde Schritt um Schritt erneuert, Wasser- und Abwasserleitungen, Zufahrtsstraßen und Wege um die Burg wurden erneuert.

Seit 2008 gehört die Wartburg zur Straße der Monumente, ein auf Initiative des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig gegründetes Netzwerk deutscher Denkmale und Erinnerungsorte. Ziel des Netzwerks ist es, "die Erinnerungsorte als einstige Brennpunkte der Vergangenheit enger zu vernetzen und über gemeinsame Marketingmaßnahmen als Gesamtheit stärker erfahrbar zu machen".

Am 17. Mai 2010 fand die Urnenbeisetzung der im 99. Lebensjahr verstorbenen Elisabeth von Sachsen-Weimar-Eisenach in der Elisabeth-Kapelle statt. Es handelte sich um die erste Beisetzung auf der Wartburg.

Da in Sichtweite der Wartburg auf dem 461 Meter hohen Milmesberg bei Marksuhl zwei große Windkraftanlagen gebaut werden sollten, drohte der Wartburg der Verlust des UNESCO-Welterbe-Titels. Der Streit endete im November 2013 mit einem Vergleich. Zudem wurde das betreffende Gebiet durch überarbeitete planungsrechtliche Auflagen des Freistaates Thüringen vor ähnlichen Projekte bewahrt.

2015 traf sich die "Arraiolos-Gruppe" mit dem amtierenden deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck als Gastgeber auf der Wartburg.

2017 nahm die Wartburg eine wichtige Rolle bei den Feiern zum 500. Jahrestag der Reformation ein.

                                     

2. Gebäude

Die Wartburg erhebt sich auf einem schmalen, schroffen Felsgrat etwa 220 m über der Stadt Eisenach; sie ist eine typische Abschnittsburg, die ursprünglich aus vier Abschnitten bestand, von denen heute nur noch die Vor- und die Hauptburg erhalten sind. Die größten und für den Baukörper nicht immer vorteilhaften Veränderungen erfuhr die Wartburg im 19. Jahrhundert, als die Restaurierung der Burg auf Goethes Initiative hin im damaligen Gedankengut des Historismus und des wieder erstarkten Nationalismus des deutschen Kaiserreiches erfolgte.

Die Burg wurde in ihrer Geschichte mehrmals belagert, aber nie erobert, und war in ihrer Blütezeit folgendermaßen aufgeteilt:

                                     

2.1. Gebäude 1. Abschnitt

Der erste Burgabschnitt befand sich dort, wo heute die Schanze den Eingang zur Burg markiert. Hier befanden sich Wehrbauten, die diesem Abschnitt den heutigen Namen gaben. Die Fundamente eines Turmes Fischerturm wurden in den 1990er Jahren wieder freigelegt und sind heute als viereckiges Loch sichtbar. Die Gebäude dieses Abschnittes, die bis in Goethes Zeiten als überdachte Wehrgänge sichtbar waren, sind nicht mehr vorhanden. An deren Stelle ist heute der Platz vor der Zugbrücke.

                                     

2.2. Gebäude Hauptburg

Die Hauptburg wird durch die Gebäudeflucht Neue Kemenate, Torhalle und Dirnitz, alles Gebäude aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, begrenzt. Die mittelalterlichen Gebäude an dieser Stelle waren bereits zu Goethes Zeiten verfallen, so dass der mittelalterliche Zustand des Hofes auch durch Ausgrabungen rekonstruiert werden musste. Die Hauptburg wird beherrscht vom spätromanischen Palas, dem Landgrafenhaus, neben dem Südturm dem einzigen mittelalterlichen Gebäude der Hauptburg, sowie vom in der Nähe des ursprünglichen Bergfrieds errichteten heutigen Hauptturm, der einen Wasserspeicher zur Versorgung der Stadt Eisenach enthält. Von den restlichen mittelalterlichen Gebäuden ist nichts erhalten geblieben. Der heute als Restaurant genutzte Gadem wurde 1874 bis 1877 erneuert; das Kellergeschoss mit Tonnenkeller blieb erhalten. Das Gebäude diente zuvor als Magazin, Zeughaus und Hofküche. Unmittelbar südlich davon folgte das Brauhaus.

                                     

2.3. Gebäude Südabschnitt

Der südlichste Abschnitt der heutigen Hauptburg könnte wegen der topographischen Gegebenheiten im Mittelalter durch eine Mauer in Höhe der Flucht Palas-Gadem vom Haupthof abgetrennt worden sein. Am südlichsten Ende dieses Abschnitts befindet sich der Südturm, der letzte original erhaltene Turm aus der Entstehungsgeschichte der Burg. Er deckte den südlichen Hang in Richtung Eisenacher Burg ab. Der heute als Burggarten genutzte Teil liegt bereits drei Meter tiefer als der Gadem. Das Areal wurde über Jahrhunderte als Schutthalde genutzt, um die Grundfläche des Burghofes nach und nach zu vergrößern. Bei der 2012 noch andauernden Sanierung der Südmauer konnten auf der Innenseite der Ringmauer Fundamente und Reste einer Gruppe von Stützpfeilern dokumentiert werden.

                                     

2.4. Gebäude Gasthof

In den Jahren 1912 bis 1914 entstand nach einem Entwurf des Architekten Bodo Ebhardt der Wartburg-Gasthof.

                                     

2.5. Gebäude Konzertsaal

Die Wartburg hält einen der bekanntesten Konzertsäle Thüringens bereit. Wesentlichen Anteil an dessen Erfolg hat die Akustik des Gebäudes. Sie ist auch das Werk von Franz Liszt, der beim Ausbau des Palas zum Konzertsaal im Auftrag des Weimarer Herzoghauses sein musikalisches Können und Fachwissen bei der Ausgestaltung des Festsaales einbrachte.

In ihrer Gesamtheit ist die Wartburg ein typisches Beispiel der Denkmalpflege des 19. Jahrhunderts: Die bestehende Architektur wurde mit Gebäuden in einer historisierenden, teils romantisierenden Form ergänzt, um der geschichtlichen Bedeutung der Wartburg, die zur Zeit der Etablierung des deutschen Kaiserreiches einen nationalen Aspekt erhielt, gerecht zu werden. Vergleichbare Stätten deutscher Geschichte sind die Reichsburg Kyffhausen, die Burg Hohenzollern, die Hohkönigsburg und die Ordensburg Marienburg.

                                     

3. Rundgang

Ein geführter Gang durch die Burg berührt folgende exponierte Gebäude:

Das Hauptgebäude der Palas oder das Landgrafenhaus stammt ursprünglich aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Dendrochronologische Untersuchungen datieren die Balken des Untergeschosses auf 1157/1158. Am Außenbau lassen sich Anleihen an römische Palastbauten erkennen. Der Palas ist das einzige Fürstenschloss, das aus jener Periode der Baukunst erhalten blieb. 1847 bis 1870 wurde es auf Veranlassung von Großherzog Carl Alexander Sachsen-Weimar-Eisenach in umfassender Weise durch den Gießener Architekten Hugo von Ritgen restauriert.

Der Eingang zur untersten der drei Etagen, der Teilunterkellerung im Süden der Burg, führt zunächst in die ehemalige Rüstkammer sowie in die ehemaligen Pferdeställe. Eine Steintreppe in der Mitte des Gebäudes führt in das eigentliche Erdgeschoss des Palas. Der sog. Rittersaal ist ein quadratischer Raum mit Kamin, dessen Nutzung bis heute weitgehend unbekannt bleibt. Hieran schließt sich das sog. Speisezimmer an, das die Zuschreibung als Wohnungsraum der alten Landgrafen mit der Sanierung im 19. Jahrhundert bekam. Im Erdgeschoss des Landgrafenhauses befindet sich auch die Kemenate der hl. Elisabeth, die auf Veranlassung und Kosten des letzten Kaisers des Deutschen Reiches, Kaiser Wilhelm II., von 1902 bis 1906 mit Glasmosaiken im neobyzantinischen Stil von dem Oldenburger Kirchenmaler und Mosaikkünstler August Oetken 1868–1951 vollständig neu ausgekleidet wurde. Sie trägt ihren Namen nachweislich seit 1669. Mittelpunkt der Mosaizierung der Elisabeth-Kemenate ist ein Elisabethzyklus mit neun Darstellungen aus dem Leben der hl. Elisabeth, Landgräfin von Thüringen und Prinzessin von Ungarn. Die Darstellungen verweisen auf die Abstammung des Hauses Sachsen-Weimar-Eisenach aus der Familie der Landgrafen von Thüringen. In der zweiten Etage gelangt der Besucher in die Kapelle der Wartburg. Hier soll der Legende nach Martin Luther gepredigt haben. Historische Fakten bestätigen dies nicht. Im anschließenden Sängersaal führen Moritz von Schwinds Fresken, die Raumarchitektur aufgreifen, die Sage des Sängerkrieges vor Augen. Die mit 13 romantischen Darstellungen Moritz von Schwinds Bilder der Werke der Barmherzigkeit der hl. Elisabeth, d. h. der märchenhaften Heiligenlegenden und -wunder von 1855 geschmückte Elisabethgalerie wurde von 2015 bis 2017 restauriert. Das Landgrafenzimmer führt dem Besucher die Gründungs- und andere Legenden der Wartburg vor Augen. Die dritte Etage nimmt der 40 Meter lange Festsaal ein, der auf den ursprünglichen Baukörper aufgesetzt wurde, nachdem die Wartburg Residenz der Ludowinger geworden war.

In Torhalle, neuer Kemenate und Dirnitz aus dem 19. Jahrhundert befindet sich das Museum der Burg mit großen Teilen der Kunstsammlung. Die 1867 gebaute Dirnitz enthielt einst die Großherzogliche Rüstkammer mit einer sehr bedeutenden historischen Waffensammlung "von europäischem Rang". Das Wertvollste waren 70 Rüstungen von bekannten historischen Persönlichkeiten. Diese Sammlung wurde im Februar 1946 in die UdSSR verbracht. In den drei Gebäuden stellt eine Dauerausstellung das Leben der berühmten Gäste, Bewohner und Landgrafen auf der Burg vor. Zahlreiche Exponate und Bilder u. a. von Lucas Cranach zeigen die wechselvolle Geschichte von der Errichtung im 12. Jahrhundert, den Aufenthalt der hl. Elisabeth und Martin Luthers, den Verfall sowie den Wiederaufbau im 19. Jahrhundert.

Den Rundgang beschließt der Weg durch den sog. Margarethengang westlicher Wehrgang hin zur Vogtei, wo sich die Lutherstube befindet, die dem Reformator Martin Luther vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522 als Unterschlupf und Ort eines Teils Neues Testament bzw. Septembertestament der Bibelübersetzung diente. Der gotische sog. Nürnberger Erker in der benachbarten Vogteistube stammt von einem Nürnberger Patrizierhaus, diente ursprünglich als Kapellenerker des Harsdörferschen Hauses in Nürnberg und wurde erst in den 1870er Jahren an die Südfassade der Vogtei angebaut.

                                     

4. Veranstaltungen

Das Wartburg Festival findet seit 2004 jährlich statt.

Vom 4. Mai bis zum 5. November 2017 wurde auf der Wartburg eine von drei Nationalen Sonderausstellungen anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 gezeigt. Die Ausstellung "Luther und die Deutschen" thematisierte Luthers Aufenthalt auf der Wartburg und die Entwicklungen, die zum Neuaufbau der Wartburg und deren Umgestaltung zum "Nationaldenkmal" im 19. Jahrhundert führten. Weiterhin enthielt sie eine Rezeption Luthers seit dem 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Seit dem Jahreswechsel 2018 ist eine neu gestaltete Dauerausstellung in den Räumen der Burg zu sehen.

                                     

5. Sonstiges

Ludwig II. von Bayern nahm die Wartburg als Vorbild für sein im Allgäu gelegenes Schloss Neuschwanstein. Das Schloss und die Burg ähneln sich nicht nur aus einigen Blickwinkeln in der Silhouette, auch der Festsaal wurde für das Schloss des bayerischen Königs nachgeahmt.

Die Wartburg ist vielfach literarischer Schauplatz geworden, am bekanntesten durch Richard Wagners Tannhäuser. Auch erschien vor dem Ersten Weltkrieg in Eisenach die Literaturzeitschrift Wartburgstimmen unter der Redaktion des Romanciers Ernst Clausen.

1962 wurde die evangelische Wartburgkirche in Frankfurt Main nach ihr benannt.

Vor dem Palas der Wartburg wurde im Juli 2013 ein von Studenten der Bauhaus-Universität Weimar erstelltes taktiles Burgmodell mit Beschriftungen in Brailleschrift aufgestellt. Die Beschriftungen ermöglichen es Blinden und Sehschwachen, die Hauptgebäude der Wartburg in ihrer Kubatur und mit vielen Fassadendetails durch Ertasten kennenzulernen.

Die Wartburg wurde in das im Jahre 2001 erschienene Blaubuch aufgenommen. Das Blaubuch ist eine Liste national bedeutsamer Kultureinrichtungen in Ostdeutschland und umfasst zurzeit 20 sogenannte kulturelle Leuchttürme.

Nach der Wartburg ist der Landkreis Wartburgkreis benannt. Die Wartburg liegt jedoch nicht im Wartburgkreis. Das liegt daran, dass bei der Bildung des Kreises 1994 auch die Stadt Eisenach, in deren Gebiet die Burg liegt, zu diesem Kreis gehörte. 1998 wurde Eisenach kreisfreie Stadt und schied damit aus dem Landkreis aus.

Der geographische Mittelpunkt Deutschlands ist abhängig von der Berechnungsmethode. Eine Berechnung des Schwerpunkts der Fläche Deutschlands ohne Zwölfmeilenzone bestimmte einen Geländepunkt am Gutshof Landstreit bei Eisenach als Mittelpunkt 51° 0′ N, 10° 20′ O. Stellvertretend wurde die etwa 10 km entfernte Wartburg zum Mittelpunkt Deutschlands erklärt.

Am Fuß der Wartburg befindet sich die Eselstation.

Die Burganlage umgibt eine Waldfläche von etwa 27 ha. Für diesen sogenannten Stiftungswald wurde vom Thüringer Forstamt ein Nutzungsverzicht empfohlen.

Aus Sicherheitsgründen befindet sich die Wartburg in einem Flugbeschränkungsgebiet ED – R 90. Um die Wartburg herum kennzeichnet die sog. Blaue Linie ein Bauverbot im Umkreis von 500 Metern. Sie geht auf den Eisenacher Stadtbaudirektor und Burgbaurat Karl Hofferbert zurück, der in den 1930er-Jahren die rasche Ausdehnung des Südviertels und damit die Verbauung der Burg verhindern wollte.

Der Wanderweg Pummpälzweg führt von Eisenach, über die Wartburg, Ruhla und den Kissel auf 28 Kilometern nach Bad Salzungen.

Beim Kunstprojekt "Daily Painting" World Heritage in Germany entstanden im Juni 2011 fast 50 Grafiken und Fotos zur Wartburg von Kunststudenten der Universität Paderborn, die an 50 aufeinander folgenden Tagen im WEB publiziert wurden.

In der Fassade des Tribune Tower in Chicago ist ein originaler Stein der Wartburg eingefügt und mit den Angaben zur Herkunft Luther’s Wartburg – Eisenach, Germany versehen.

Gut erreichbar ist die Wartburg mit den Buslinien 10 und 10a der VUW, die aus dem Stadtzentrum bzw. den P+R-Parkplätzen im Mariental geführt werden.

                                     

6. Legenden

  • Luther selbst berichtet, er sei auf der Wartburg vom Teufel belästigt worden. Mit seiner Aussage, er habe daraufhin "den Teufel mit der Tinte vertrieben", bezog er sich auf seine Bibelübersetzung. Später wurde dieses Lutherzitat dahingehend gedeutet, er habe mit einem Tintenfass nach dem Teufel geworfen. Bereits der ortskundige Geograph und Historiker Melissantes alias Johann Gottfried Gregorii erwähnte im Jahr 1713, dass Besuchern der Wartburg in Luthers Stube ein Tintenfleck gezeigt wurde. Dieser Fleck, der regelmäßig erneuert und nachgefärbt werden musste, nachdem Besucher immer wieder kleine Putzstücke als Andenken mit nach Hause genommen hatten, war bis in das vergangene Jahrhundert hinein in der Lutherstube zu sehen.
  • Landgraf Friedrich der Freidige war der Sohn Albrechts des Entarteten und wurde 1257 auf der Wartburg geboren. Der Sage nach biss ihn seine Mutter Margaretha von Staufen, die vor ihrem Gemahl 1270 von der Wartburg floh, vom Abschiedsschmerz übermannt, in die Wange, und so wurde er auch der Gebissene genannt.
                                     

7. Verwaltung

Für die Verwaltung der Wartburg wurden Burg- oder Schlosshauptleute eingesetzt. Die wichtigsten waren Bernhard von Arnswald 1807–1877 und Hans Lucas von Cranach, dessen Porträt von Adolf Brütt auf der Wartburg erhalten ist. Derzeit wird die Burg im Auftrag der Wartburg-Stiftung vom Burghauptmann Günter Schuchardt verwaltet.

Die Besucherstatistik der Wartburg wird seit dem 1. Juli 1894 geführt und erfasst seitdem alle verkauften Eintrittskarten für eine Besichtigung der Innenräume. Am 18. September 2009 konnte vom Burghauptmann Schuchardt die 30-millionste Besucherin begrüßt werden. Im Jahr 2017 stieg die Besucherzahl auf etwa 000000000459000.0000000000 459.000 an, der Zuwachs beruht auf dem Reformationsjubiläum, zur Sonderausstellung "Luther und die Deutschen" auf der Wartburg wurden 000000000310233.0000000000 310.233 Besucher gezählt. Im Folgejahr 2018 gingen die Besucherzahlen aller Eisenacher Museen um bis zu 30 Prozent zurück.

                                     

8. Dokumentarfilme, Spielfilme, Filmaufnahmen

  • Etwa zehnminütiger Privatfilm, der den Zustand von Wartburg und Umgebung im Jahr 1976 zeigt via YouTube, Abruf am 30. Dezember 2015.
  • Frau Venus und ihr Teufel 1967, DEFA-Spielfilm mit Manfred Krug und Rolf Hoppe. Dreiminütiger Ausschnitt bei YouTube; in dem Clip sieht man Manfred Krug als Minnesänger Tannhäuser in einem sonderbaren Nachbau des sogenannten Sängersaals.
  • Die Wartburg in Thüringen, Symbol deutscher Geschichte …. Etwa vierminütiger Beitrag der Deutschen Welle via YouTube, Stand 30. Dezember 2015.
  • Die Wartburg 1967, eine Produktion des VEB DEFA Studios für Wochenschau und Dokumentarfilme, Buch und Regie: Heinz Fischer. – Dem zur 900-Jahrfeier der Wartburg 1967 gedrehten Film wurde 1976 die Aufführungslizenz entzogen.
  • Die Wartburg 1953, Farbfilm des VEB DEFA Studios für populärwissenschaftliche Filme, Regie G. Mühlpforte, fachliche Beratung Alfred Meusel und Joachim Streisand.
  • Beitrag aus der Dokumentarfilmreihe Geschichte Mitteldeutschlands: Liebe im Mittelalter: Die Skandale des echten Tannhäuser, bei YouTube abgerufen am 30. Dezember 2015.
  • Wartburg – Festung der Wildnis. Dokumentation 2005, 43 Min., Regie: Herbert Ostwald, Produktion: ZDF, Erstausstrahlung: 14. März 2009.
  • Beitrag über Eisenach und die Wartburg aus der Reihe Hin und weg, einem Reisemagazin der Deutschen Welle via YouTube, Stand 30. Dezember 2015.
  • Martin Luther im Kampf mit dem Teufel – szenische Dokumentation von Günther Klein, Spieldauer etwa 45 Minuten. Hier in der Fassung, die vom ZDF in der Reihe Giganten ausgestrahlt wurde bei YouTube am 30. Dezember 2015 aufgerufen.
  • Die Wartburg. Wo Romantik vom Mittelalter träumt. Aus der Dokumentarfilmreihe Schätze der Welt – Erbe der Menschheit, Folge 248 Mediathek des SWR, abgerufen am 30. Dezember 2015; der Beitrag findet sich – etwas wackelig – auch bei YouTube, abgerufen am 30. Dezember 2015. Ein Film von Eva Witte aus dem Jahr 2001.
  • Dreiminütiger Privatfilm, der den Zustand von Wartburg und Umgebung im Kriegsjahr 1944 zeigt via YouTube, Abruf am 14. Februar 2017.
                                     

9. Abbildungen auf Briefmarken und Gedenkmünzen

Die Wartburg erschien mehrfach auf deutschen und internationalen Briefmarken, Gedenkmünzen und Medaillen, hier eine Auswahl:

  • Deutsche Briefmarken und Münzeditionen
                                     
  • Der Wartburg 353 ist ein Personenkraftwagen des VEB Automobilwerk Eisenach, der von 1966 bis 1988 hergestellt wurde. Der 1966 eingeführte Wartburg 353
  • Wartburg war der Handelsname der von 1956 bis zum 10. April 1991 im VEB Automobilwerk Eisenach gefertigten Personenkraftwagen - Baureihe des Herstellers
  • Der Wartburg 313 war ein PKW des Automobilwerks Eisenach, der von 1957 bis 1960 hergestellt wurde. Dieser auch als Wartburg Sport bezeichnete 2 2 - sitzige
  • Das Wartburg - Kartell WK ist ein Korporationsverband evangelischer Studentenverbindungen. Es wurde im Jahre 1925 zunächst unter dem Namen Pflugensberger
  • Die Wartburg - Grundschule ist eine Grundschule im Stadtteil Gievenbeck der Stadt Münster. Sie ist Hauptpreisträger des Deutschen Schulpreises 2008. Die
  • Die Akademisch Theologische Verbindung Wartburg AThV Wartburg ist eine nichtschlagende, farbentragende Studentenverbindung an der Ruprecht - Karls - Universität
  • Das Wartburg - Radio ist ein Bürgerradio für Eisenach und die Wartburgregion. Das Wartburg - Radio ging am 8. September 2001 auf Sendung und ist der jüngste
  • Der Sender Wartburg war ein im April 1926 in Eisenach von der Mitteldeutschen Rundfunk AG MIRAG in Betrieb genommener Rundfunksender für Hörfunk in Thüringen
  • Der Wartburg 1.3 war ein PKW des VEB Automobilwerk Eisenach, der von 1988 bis 1991 hergestellt wurde. Der 1.3 ist das Nachfolgemodell des Wartburg 353
  • IFA Wartburg war eine schwedische Zwei - Mann - Popgruppe, bestehend aus Heinz Klinger und Rolf Kempinski, benannt nach der Automarke Wartburg des Herstellers
                                     
  • Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg ist eine romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner, welche auf der traditionellen Volksballade Tannhauser
  • Der Wartburg 311 war ein PKW des Automobilwerks Eisenach, der von 1955 bis 1965 hergestellt wurde. Nach der HubraumvergröSerung 1962 kam die Bezeichnung
  • kein Stifter angegeben Die Wartburg - Stiftung ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Eisenach. Die Stiftung wurde 1922 in der Folge der
  • Die Rüstkammer der Wartburg beherbergte von 1867 bis 1946 eine wertvolle Sammlung von Waffen aus dem 12. bis 19. Jahrhundert, mit Schwerpunkt 16. Jahrhundert
  • w1 Die Alt - Wartburg ist die Ruine einer Gipfelburg in der Gemeinde Oftringen im Schweizer Kanton Aargau. Die Ruine befindet sich auf 632 m ü. M. auf dem
  • Die Wartburg - Sparkasse ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Ihr Geschäftsgebiet umfasst die kreisfreie Stadt Eisenach und den Wartburgkreis. Sie hat
  • Turmkreuz der Wartburg ist ein weithin sichtbares vergoldetes Kreuz auf der ehemaligen Aussichtsplattform des Hauptturmes Bergfried der Wartburg bei Eisenach
  • Der Wartburgkrieg oder Sängerkrieg auf der Wartburg ist eine schrittweise gewachsene Sammlung mittelhochdeutscher Sangspruchgedichte des 13. Jahrhunderts
  • Die Gauliga Wartburg war eine der obersten FuSballligen des Verbandes Mitteldeutscher Ballspiel - Vereine VMBV Sie wurde 1914 gegründet und bestand bis
  • Der Wartburg 312 war ein Pkw des Automobilwerks Eisenach, der von 1965 bis 1967 hergestellt wurde. Der Wartburg war ein Zwischentyp beim Übergang zum
                                     
  • Wartburg - Fahrräder nach 1904 auch Dixi - Wartburg war eine Fahrradmarke der Fahrzeugfabrik Eisenach AG ab 1904 auch Dixi - Werke genannt, bzw. ab 1921
  • Die Wartburg ist ein Gebäude in Saarbrücken im Stadtteil St. Johann in der Martin - Luther - StraSe 12. Es wurde von 1927 bis 1928 als Gemeindehaus für die
  • Wartburg ist ein Ort in den Midlands der südafrikanischen Provinz KwaZulu - Natal. Er befindet sich in der Gemeinde uMshwathi im Distrikt uMgungundlovu.
  • Walther von Wartburg - Boos 18. Mai 1888 in Riedholz, Kanton Solothurn 15. August 1971 in Basel war ein Schweizer Romanist und Sprachwissenschaftler
  • Der Frachtdampfer Wartburg war ein deutsches Handelsschiff der Deutschen Dampfschifffahrts - Gesellschaft Hansa Der Frachter wurde 1900 von Wigham Richardson
  • Der Wartburg - Motorwagen war das erste in Eisenach hergestellte Automobil. Benannt wurde es nach der gleichnamigen Burg bei Eisenach. Unter der Marke Wartburg
  • Die Wartburg - Wasserleitung ist eine im Jahr 1886 erbaute Rohrleitung und diente vordringlich zur Trinkwasserversorgung der Wartburg seit den 1940er Jahren
  • Der die Zeit beim Worte nahm Martin Luther auf der Wartburg ist ein in der DDR gedrehter Dokumentarfilm aus dem Jahr 1983, der zum 500. Geburtstag Martin
  • Die Schwurschwerter der Wartburg sind Bestandteil der Gründungslegende der Wartburg in Thüringen. Der 1845 gemeldete Fund dieser Schwurschwerter gilt
  • Elisabethbrunnen ist eine mittelalterliche Quellfassung am Hauptzugangsweg der Wartburg bei Eisenach in Thüringen. Ganz in der Nähe befindet sich die Eselstation

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