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ⓘ Chorosphäre. Mit Geosphäre wird zumeist eine Erdsphäre bezeichnet. Das Wort benennt also ein Phänomen der Erde, das sich häufig schalenähnlich um den ganzen Him ..


Chorosphäre
                                     

ⓘ Chorosphäre

Mit Geosphäre wird zumeist eine Erdsphäre bezeichnet. Das Wort benennt also ein Phänomen der Erde, das sich häufig schalenähnlich um den ganzen Himmelskörper legt. Der Geosphäre-Begriff erfuhr innerhalb von 150 Jahren mindestens zehn verschiedene Definitionen, von welchen heute im deutschen Sprachraum noch fünf benutzt werden. Demzufolge besteht derzeit keine Einigkeit über Inhalt, Ausdehnung und Umfang der Geosphäre.

                                     

1. Begriff

Der Begriff der Geosphäre stammt aus dem englischen Sprachraum. Er wurde 1871 vom amerikanischen Philosophen Stephen Pearl Andrews 1812–1886 geprägt. Er bezeichnete damit die Gesamtheit der festen Erde – von der Lithosphäre bis zum Erdmittelpunkt. Allerdings prägten nachfolgende Wissenschaftler ihre eigenen Geosphäre-Begriffe:

                                     

2. Moderne Geosphäre-Begriffe

In der modernen wissenschaftlichen Literatur finden sich von den zehn vorgestellten Geosphäre-Begriffen derzeit noch immer fünf wieder. Es handelt sich vor allem um die Geosphäre-Begriffe nach Stephen Pearl Andrews 1871 und Pierre Teilhard de Chardin 1956, sowie weit abgeschlagen die Begriffe nach John Murray 1910, Hans Carol 1956 und Ernst Neef 1963.

                                     

2.1. Moderne Geosphäre-Begriffe Feste Geosphäre Stephen Pearl Andrews, 1871

Die feste Geosphäre nach Stephen Pearl Andrews umfasst jene Bestandteile des Planeten Erde, die aus festem Gestein bestehen oder noch darunter liegen. Die feste Geosphäre umfasst also die Lithosphäre und die noch tiefer liegenden Erdsphären:

Die in der Gliederung erwähnte Mesosphäre meint natürlich nicht jene Schicht der Erdatmosphäre gleichen Namens. Stattdessen wird hier auf die geosphärische Mesosphäre verwiesen, die ein Synonym für die unteren Anteile des Erdmantels darstellt. Außerdem wird eine moderne Begriffsbedeutung der Barysphäre als Synonym für den Erdkern berücksichtigt. Jedoch könnte die Geosphäre auch noch anders gegliedert werden:

In dieser alternativen Gliederung wurde die feste Geosphäre vollständig und übersichtlich dichotom geordnet. Gegen diese Gliederung kann eingewendet werden, dass sie neben der geosphärischen Mesosphäre auch noch eine geosphärische Endosphäre erwähnt, obwohl dieser Begriff ebenfalls für eine bestimmte Schicht der Erdatmosphäre verwendet wird. Außerdem wird mit Zentrosphäre. ein sehr alter und derzeit eher unüblicher Begriff wieder aufgegriffen.

Neben den schon erwähnten Erdsphären werden gelegentlich die Böden – also die Pedosphäre – oder die Böden zusammen mit gerade sedimentierenden Ablagerungen – also die Pedosphäre zusammen mit der Sedimentosphäre – ebenfalls der festen Geosphäre zugeordnet. Dem hingegen wird manchmal die Barysphäre nicht zur Geosphäre gezählt.

Die feste Geosphäre ist der vorherrschende Geosphäre-Begriff der System-Erde-Forschung.



                                     

2.2. Moderne Geosphäre-Begriffe Abiotische Geosphäre Pierre Teilhard de Chardin, 1956

Die abiotische Geosphäre nach Pierre Teilhard de Chardin umfasst sämtliche unbelebten Teile des globalen Ökosystems, der Ökosphäre. Damit umfasst sie Abschnitte von Lithosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre, die innerhalb des weltweiten Ökosystems liegen:

Die abiotische Geosphäre ist der Geosphäre-Begriff des International Geosphere-Biosphere Programme. Ein Synonym zur abiotischen Geosphäre lautet Physiosphäre.

                                     

2.3. Moderne Geosphäre-Begriffe Geographische Geosphäre Hans Carol, 1956

Die geographische Geosphäre nach Hans Carol stellt einen Versuch dar, das allgemeine Objekt geographischer Forschung im realen Erdraum zu verorten. Zwar blieb sein Versuch nicht lange unwidersprochen und konnte sich international trotz einiger Anläufe nicht etablieren. Dennoch wird Carols geographische Geosphäre in seltenen Fällen immer noch in deutschsprachigen Publikationen verwendet:

                                     

2.4. Moderne Geosphäre-Begriffe Chorosphäre und Landschaftssphäre

Ein Synonym für die geographische Geosphäre lautet Chorosphäre. Diese Begriffsalternative wurde zu Beginn der 1960er Jahre vom Schweizer Geographen Ernst Winkler vorgestellt, um explizit das schon damals vieldeutige Wort von der Geosphäre zu vermeiden. Die Chorosphäre gewann jedoch keine große Anhängerschaft.

Darüber hinaus existiert mit der Landschaftssphäre ein weiterer Begriff, der eine zumindest sehr große Bedeutungsgleichheit mit dem geographischen Geosphäre-Begriff aufweist. Das Wort wurde ebenfalls zu Beginn der 1960er von Ernst Winkler in die deutsche Sprache eingeführt, nachdem er es der sowjetischen Geographie entlehnt hatte. Der Vergleich zwischen der Landschaftssphäre und der geographischen Geosphäre bringt jedoch drei Unterschiede zutage:

  • Landschaftssphäre wird derzeit praktisch nicht in allgemeingeographischen Publikationen verwendet, sondern findet sich vornehmlich in Veröffentlichungen allein der Landschaftsökologie.
  • Die Landschaftssphäre beschränkt sich mehr auf die festländischen Anteile der Erdoberfläche, während die geographische Geosphäre im Prinzip auch die Hohe See mit einschließt.
  • Im Gegensatz zum geographischen Geosphäre-Begriff genießt die Landschaftssphäre – als landscape sphere und als ландшафтная сфера – durchaus eine gewisse internationale Verbreitung.


                                     

2.5. Moderne Geosphäre-Begriffe Mehrzahlige Geosphären John Murray, 1910

Die mehrzahligen Geosphären nach John Murray sind ein Kategorienbegriff, der auf alle Erdsphären angewendet werden kann. Zum Beispiel wäre die Atmosphäre eine Geosphäre, aber auch die Anthroposphäre, Dekompositionssphäre, Gravisphäre, Plasmasphäre und viele andere mehr wären Geosphären. Das Synonym für Murrays Geosphären heißt Erdsphären → Liste der Erdsphären.

                                     

2.6. Moderne Geosphäre-Begriffe Raumdimensionale Geosphäre Ernst Neef, 1963

Die raumdimensionale Geosphäre nach Ernst Neef bezeichnet keine bestimmte Eigenschaft, die sich schalenartig um die Erde legt. Sie bezeichnet demzufolge keine Erdsphäre. Stattdessen meint Neefs Begriff den globalen Raum selbst in seiner Gänze als Perspektive der wissenschaftlichen Betrachtung. Diese globale Perspektive kann heute auch weniger missverständlich sphärische Betrachtungsdimension oder allgemeinverständlich eben globale Betrachtungsdimension genannt werden.

                                     
  • mindestens zehn verschiedene Geosphäre - Begriffe vorgestellt worden. Seitdem nimmt die Bedeutungsvielfalt von Geosphäre wieder ab. Die Abnahme der Bedeutungsvielfalt
  • Varianten von Biogeosphäre lauten Bio - Geosphäre Geobiosphäre, Geo - Biosphäre, Biosphäre - Geosphäre und Geosphäre - Biosphäre. Biogeosphäre tauchte das erste
  • Gegenstand der Physischen Geographie ist die Erdoberfläche im Sinne der Geosphäre Als Geosphäre ist der Komplex aus fünf Sphären zu verstehen: Biosphäre Irdischer
  • Himmelssphäre, imaginäre Kugelschale, die die Erde umgibt, siehe Himmelskugel Geosphäre Schalenmodell der Erde als ganzes System eine Schale der Erde als Körper
  • Humanwissenschaften, siehe Physis Geographie der Naturgegebenheiten Geosphäre siehe Physische Geographie Art der Kartendarstellung, siehe Physische
  • dem Ausdruck geospheres im Plural  seinen eigenen Geosphäre - Begriff. Dieser bestimmte Geosphäre - Begriff wurde aufgegriffen vom russischen Geowissenschaftler
  • Interaktionen von biologischen, chemischen und physikalischen Prozessen mit Geosphäre Hydrosphäre und Atmosphäre betreffen. Ziel ist es, traditionelle Fachgrenzen
  • Erde in der Liste der Häufigkeiten chemischer Elemente Landschaftssphäre Geosphäre Umweltkompartiment Peter Paetzold: Chemie Eine Einführung. Walter de
  • Objekte und Prozesse. Jedes Geoökosystem stellt einen Ausschnitt aus der Geosphäre dar. Dieses lässt sich anhand der einzelnen Geofaktoren charakterisieren
  • Dissertation, Forschungszentrum Jülich, Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre 4: Erdöl und Organische Geochemie, Jülich 1997 Nachrichten der Deutschen
                                     
  • Biologie und Ökologie, siehe Warve geoökologische Schicht Sphäre siehe Geosphäre lithografische Schicht Stratum siehe Lithostratigraphie Tragschicht
  • Beschreibung und Erklärung der Strukturen, Prozesse und Wechselwirkungen in der Geosphäre Die physikalische, chemische und biologische Erforschung ihrer Einzelerscheinungen
  • unbelebten Dinge innerhalb der Ökosphäre. Ein Synonym für Physiosphäre lautet Geosphäre Der Begriff der Physiosphäre wurde im Jahr 1963 angebahnt. In diesem
  • Ederen sind erhalten geblieben. Das Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre Agrosphäre ICG - IV des Forschungszentrum Jülich betrieb bei Merzenhausen
  • Dissertation, Forschungszentrum Jülich, Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre 4: Erdöl und Organische Geochemie, Jülich 1997 Deutsche Geologische Gesellschaft
  • und geographische Sphäre. Zudem können Chorosphäre und ein bestimmter Geosphäre - Begriff ebenfalls weitgehend als Synonyme gelten. Die Bezeichnung Landschaftssphäre
  • Forschungsfeldern gearbeitet: Ozean und Klima Wechselwirkungen zwischen Geosphäre und Biosphäre Dynamik des Meeresbodens Die Forschungseinrichtung fokussiert
  • des interdisziplinären Forschungsinteresses liegen Erdprozesse, die die Geosphäre Atmosphäre und Biosphäre betreffen und zum Klimawandel beitragen und
  • von den Kontinenten abhängig ist. Die Funktionsweise der Biosphäre und Geosphäre sowie der Atmosphäre und Meere muss daher als zusammenhängendes System
  • Bergwissenschaften in Moskau sowie Berater des Instituts für Dynamik der Geosphäre der RAN. Schemjakin war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er wurde auf
  • Forschungsgruppe für Aerosole des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre am Forschungszentrum Jülich GmbH war, schloss er 1999 seine Habilitation


                                     
  • Der Human Sustainable Development Index HSDI des Internationalen Geosphären - Biosphären Programms IGBP und der Universität der Vereinten Nationen ist
  • Entwicklungstendenzen prognostizieren. Geographen untersuchen die Erdoberfläche Geosphäre nach deren räumlichen Strukturen, den ablaufenden Prozessen, sowie deren
  • Fragestellungen. Die Wechselbeziehungen zwischen Ozean, Atmosphäre, Biosphäre und Geosphäre und die natürlichen und menschengemachten Veränderungen des Erdsystems
  • einschlieSlich Erdatmosphäre, Hydrosphäre, Kryosphäre, Biosphäre und Geosphäre und publizieren die Forschungsergebnisse für die Wissenschaft und für
  • Fingerprobe angesprochen wird. Prinzipiell wird das breite Spektrum in der Geosphäre vorkommender KorngröSen von weit unter einem Mikrometer bis hin zu mehreren
  • Hettner. Seitdem bildet Erdsphäre. den Oberbegriff, unter dem Atmosphäre, Geosphäre Lithosphäre und viele weitere Sphäre - Begriffe gesammelt werden. Viele
  • Geo - Biosphäre oder Biogeosphäre Bio - Geosphäre beziehungsweise sogar Geosphäre - Biosphäre oder Biosphäre - Geosphäre Diese Begriffe wurden allesamt später
  • werden. Seit Elanskij werden wasserführende Schichten innerhalb der festen Geosphäre immer wieder mit diesem Begriff bezeichnet. Allerdings besteht keine Einigkeit
  • Erdgeschichte Mitteleuropas. Wiley VCH 2013. mit Fred Rosenberg: Arsen in der Geosphäre Interdisziplinäres Arbeitsgespräch des Hessischen Landesamtes für Bodenforschung

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Übersetzung