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ⓘ Alfred Hetschko. Alfred Paul Hetschko war ein deutsch-österreichischer Musikpädagoge, Kapellmeister und Komponist, der sich um das Männerchorwesen verdient mach ..



                                     

ⓘ Alfred Hetschko

Alfred Paul Hetschko war ein deutsch-österreichischer Musikpädagoge, Kapellmeister und Komponist, der sich um das Männerchorwesen verdient machte. Von 1952 bis 1955 war er Direktor der halleschen Musikhochschule.

                                     

1.1. Leben Österreichisch-Schlesische Herkunft und Musikstudium

Alfred Hetschko stammte aus der österreichisch-schlesischen Stadt Bielitz, die an der galizischen Grenze gelegen war. Nach der Volksschule 1904–1909 besuchte er von 1909 bis 1912 das K. K. Kaiser Franz Joseph-Staatsgymnasium in der mährischen Bezirksstadt Mährisch-Ostrau. Nach der Reifeprüfung Matura 1916 an der evangelischen Lehrerbildungsanstalt zu Bielitz diente er im Ersten Weltkrieg als Soldat im österreichischen Heer.

Danach war er zunächst Volksschullehrer in Kunzendorf Lipnik bei Bielitz Bielsko. Von 1921 bis 1923 unterrichtete er an der evangelischen Knabenschule zu Bielitz in der autonomen Woiwodschaft Schlesien. Parallel studierte er ab 1918 an der Karls-Universität Prag. 1922 erwarb er seine Lehrbefähigung für Deutsch und Musik an Gymnasien. Zu seinen akademischen Lehrern gehörten neben Paul Nettl in Musikgeschichte auch Heinrich Rietsch Prag und Adolf Chybiński Lemberg.

                                     

1.2. Leben Musiklehrer und Chorleiter in Lemberg und Graudenz 1922–1932

Ab 1922 lehrte er am deutschen Realgymnasium in Lemberg Lwiw in der gleichnamigen polnischen Woiwodschaft. Hetschko, der seine Kapellmeisterprüfung an der Lemberger Musikakademie abgelegt hatte, wirkte zusätzlich als Gastdirigent bei Orchesterkonzerten der Konzertdirektion Türk und des Polnischen Musikerverband. 1922 übernahm er auch die Leitung des galiziendeutschen Männerchors "Frohsinn" und ab 1923 des selbstständigen Deutschen Männergesangsverein Lemberg. Hetschko schulte darüber hinaus einen Frauenchor und einen gemischten Chor sowie kleinere Besetzungen. Er ließ neben Kunst- und Volksliedern auch Werke von klassischen, romantischen und barocken Komponisten sowie ein kirchliches Programm singen. Seine Tätigkeit inspirierte mehrere Chorgründungen in der Region.

Danach wurde er in Graudenz Grudziądz Musiklehrer an der Goetheschule. Die überwiegend evangelische, aus Westpreußen stammende Schülerschaft wurde dort zum deutschen Volkstum und zur loyalen Bürgerschaft des polnischen Staates erzogen. Von 1924 bis 1932 war Hetschko Musikdirektor und Organist sowie Dirigent des Bühnenorchesters am Laientheater "Deutsche Bühne Graudenz", das unter der Leitung von Arnold Kriedte stand und seinen Sitz im ehemaligen evangelischen Gemeindehaus hatte. Es war ein Nachbild der Bühne in Bromberg Bydgoszcz und wurde durch den Berliner "Verein heimattreuer Graudenzer" unterstützt. Im Alter von 27 Jahren erfolgte seine Wahl zum ersten Bundeschormeister des Bundes deutscher Gesangsvereine Posen-Pommerellen. Außerdem war er Leiter der Singakademie in Graudenz, die 1930 mit dem Männergesangverein "Liedertafel" zusammenging. Mit der Liedertafel gab er öffentliche Konzerte u. a. führte er die Oratorien Christus am Ölberge von Ludwig van Beethoven 1927 und Die Jahreszeiten von Joseph Haydn 1932 auf. Auch pflegte er einen engen Austausch mit seinen polnischen Kollegen, so musizierte er mit dem Graudenzer Konservatoriumsdirektor Ignaci Tomaszewski.

                                     

1.3. Leben Schuldirektor in der Tschechoslowakei, Reichsprotektorat 1932–1945

Im Jahr 1932 ging er in die Tschechoslowakei: Bis 1933 wirkte er zunächst als Chor- und Orchesterdirigent in Brünn. Danach war er Lehrer an der deutschen Schule in Kaschau, an der er 1933/34 das Amt des Direktors innehatte. In dieser Zeit wandte er sich nach Rudolf Weidig offen gegen die aggressiv nationalistische Politik der Sudetendeutschen Partei und deren Schwesterpartei, der Karpatendeutschen Partei KdP. Seiner Einschätzung zufolge erlitt die KdP wegen Hetschkos Aktivitäten bei der Kaschauer Gemeindewahl 1937 eine Niederlage. Die Nationalsozialisten hatten ihn später wegen jener Haltung und aufgrund weiterer Verstöße angeklagt und schikaniert. Am 1. Juli 1941 trat er in die NSDAP ein Mitgliedsnummer 8.956.345 und gehörte der NSDAP-Ortsgruppe Böhmisch Trübau Reichsgau Sudetenland an. Außerdem war er Mitglied des NS-Lehrerbundes. Von 1942 bis 1945 unterrichtete Hetschko an der Hauptschule und der Lehrerbildungsanstalt in Königinhof an der Elbe im "Protektorat Böhmen und Mähren". Mit dem Kriegsende 1945 erfolgte die Zwangsumsiedlung nach Westen.



                                     

1.4. Leben Nachkriegszeit im Harz 1945–1948

In der Sowjetischen Besatzungszone war er dann mit der Umsiedlerfürsorge Aschersleben und mit landwirtschaftlichen Erhebungen Quedlinburg betraut. Außerdem organisierte er Kulturveranstaltungen. Von 1946 bis 1948 war er Theaterkapellmeister und Intendant in Aschersleben. Er begründete den dortigen Kreisverband der Gewerkschaft Kunst und Schrifttum und das "Werk der Jugend". Außerdem half bei der Konstituierung der Wirkungsgruppe des Kulturbundes mit.

                                     

1.5. Leben Musikreferent auf Ministerialebene 1948–1952

Als Gewerkschaftssekretär für Musik- und Theaterangelegenheiten wurde er dann nach Halle an der Saale berufen. Ab dem 1. Juni 1948 war er Referatsleiter Musik und Oberregierungsrat im SED-geführten Volksbildungsministerium des Landes Sachsen-Anhalt. Unter seiner Ägide erfolgte die Neuordnung der Schulmusik, die u. a. zur Gründung von Musikschulen führte. Zusätzlich erhielt Hetschko 1949 einen Lehrauftrag an der durch Hans Stieber begründeten Staatlichen Hochschule für Theater und Musik Halle. Überdies war er stellvertretender Vorsitzender des Friedensrates der Landesregierung von Sachsen-Anhalt und Landesarbeitsrichter.

Unter Minister Paul Wandel war er 1951/52 Hauptreferent für Musik im Ministerium für Volksbildung der DDR in Ost-Berlin. Von August bis September 1951 fungierte er auch als erster Leiter der Musikabteilung der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten, aus der er Ende 1951 wieder ausschied.

                                     

1.6. Leben Leitungsfunktionen im Hochschulbereich ab 1952

Das Direktorat der halleschen Musikhochschule wurde ihm in der Nachfolge von Bernhard Bennedik mit Wirkung vom 1. April 1952 übertragen. Während dieser Zeit war er ein Förderer zeitgenössischer Musik in Halle. Sein Einsatz für die Schulmusik führte allerdings zur Einstellung der Lehre an der Musikhochschule. Nach der Übernahme der Einrichtung durch das Pädagogische Institut in Halle 1955 wurde er ebendort Professor und Fachrichtungsleiter Musik bis 1963. Ferner war er von 1953 bis 1960 zusammen mit Helmut Mahler und von 1961 bis Mai 1965 erster Vorsitzender des Bezirksvorstandes Halle der Gewerkschaft Kunst und stellvertretender Vorsitzender des Bezirksvorstandes Halle der Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse. Hetschko war auch Vorstandsmitglied im Klub der Intelligenz in Halle. Hetschko, Mitglied der SED, gehörte von 1955 bis 1959 unter Herbert Warnke dem Bundesvorstand des FDGB an.

Hetschko war Autor einer Biografie von Antonín Dvořák 1965. Er veröffentlichte Beiträge in Tageszeitungen und Fachzeitschriften u. a. Musik und Gesellschaft. Außerdem trat er gelegentlich als Komponist in Erscheinung Lieder, Chöre. Insbesondere komponierte er Werke für Männerchöre.



                                     

2. Auszeichnungen

Im Jahr 1961 wurde er mit dem Händelpreis des Bezirkes Halle ausgezeichnet. 1963 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze. Außerdem war er Träger der Fritz-Heckert-Medaille des FDGB.

                                     
  • Leiter dieser Einrichtung wurde Alfred Hetschko 1947 1948: Hans Stieber 1949 1952: Bernhard Bennedik 1952 1955: Alfred Hetschko Ursula Brömme 1931 2000
  • Girschner litt an einem Schilddrüsenleiden und starb an einer Herzlähmung. Alfred Hetschko Zur Erinnerung an Ernst Girschner. Mit Bild und vollständiger Veröffentlichungsliste
  • fehlerhaft was der Brauchbarkeit aber keinen grundsätzlichen Abbruch tut. Alfred Hetschko Hrsg. Festschrift zum siebzigsten Geburtstag Edmund Reitters am
                                     
  • Staatliches Sinfonieorchester Halle 1961: Albert Gabriel, Julie Harksen, Alfred Hetschko Horst - Tanu Margraf, Karl Erich Müller, Hans Pischner, Heinz Röttger
  • stimmwissenschaftlichen Unterricht. Wohl aus politischen Gründen wurde 1952 Alfred Hetschko zu seinem Nachfolger berufen. 1967 wurde er mit der Johannes - R - Becher - Medaille
  • Kulturfunktionär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda Hetschko Alfred 1898 1967 deutsch - österreichischer Musikpädagoge, Dirigent und Komponist
  • 1896 1990 österreichisch - deutsche Künstlerin und Schriftstellerin Alfred Hetschko 1898 1967 deutsch - österreichischer Musikpädagoge, Dirigent und Komponist

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